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St. Paulis Mitglieder gegen Kommerz und 50+1

Hamburg (dpa) - 23.11.2011, 14:04 Uhr

Vereinsmitglieder verfolgen die Mitgliederversammlung des FC St. Pauli. Foto: Angelika Warmuth
Vereinsmitglieder verfolgen die Mitgliederversammlung des FC St. Pauli. Foto: Angelika Warmuth

Beim FC St. Pauli haben sich die Fans wieder einmal deutlich gegen eine überbordende Kommerzialisierung ausgesprochen. Und Stangentanz oder Striptease soll es im Millerntor-Stadion auch nicht mehr geben.

Die Fans des FC St. Pauli wollen den Trend zur Kommerzialisierung im Fußball nicht mitmachen. Bei der Jahreshauptversammlung sprachen sich die anwesenden 919 Mitglieder des Fußball-Zweitligisten mit überwältigender Mehrheit gegen die Ausgliederung der Profi-Abteilung in einen gewinnorientierten Betrieb aus. Der mehrheitliche Verkauf an einen Investor oder sonstige Institutionen bedarf fortan des Beschlusses der Mitgliederversammlung mit einer Dreiviertelmehrheit.

Dieser Antrag war als Reaktion auf die Lockerung der 50+1-Regel von der «Abteilung Fördernde Mitglieder» (AFM) eingebracht worden. «Das ist ganz in unserem Sinne. Wir sind ein Verein, und wir wollen keine Gesellschaft werden, die irgendeinem Menschen gehört, der hier mit großem Geldfluss einsteigt. Nein, viele Mitglieder sollen bestimmen», sagte Präsident Stefan Orth über das Votum der St.-Pauli-Mitglieder gegen eine Ausgliederung der Profiabteilung und die Einflussnahme eines Investors.

Er musste allerdings auch eine Niederlage hinnehmen. Die Mitglieder sprachen sich dafür aus, dass in den Räumlichkeiten des Millerntor-Stadions Stangentanz, Striptease oder Tabledance untersagt werden sollen. Damit ist das Ende von «Susis Show Bar» beschlossen - der Reeperbahn-Nachtclub ist derzeit Mieter einer Loge auf der Haupttribüne. Eine Verlängerung des Mietvertrages über das Saisonende hinaus wird es demzufolge nicht geben.

Allerdings sieht Orth hier noch Gesprächsbedarf. «Unseres Erachtens war der Antrag zu vage formuliert. Wir sind auch gegen Sexismus. Die Antragstellung formulierte es aber so, dass wir auch keine Bademodenschau zeigen dürfen, und das wollten wir so nicht stehen lassen», sagte der Vereinschef.

Der Antrag auf eine Umwandlung von 422 Business Seats auf der Haupttribüne in normale Sitzplätze wurde nicht angenommen. Der Vorstand hatte - entsprechend der jeweils variierenden Nachfrage nach Business Seats bei Heimspielen - weiterhin eine flexible Umwandlung zugesichert.


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