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Braunschweig setzt sich in Spitzengruppe fest (Autor: JURO)

19.09.2011, 13:42 Uhr

Eintracht Braunschweig hat sich nach dem 3:1-Heimerfolg gegen Energie Cottbus nun endgültig in der Spitzengruppe der 2. Bundesliga festgesetzt – obwohl Löwen-Trainer Lieberknecht weiterhin betont, sein junges Team sammle nur Punkte gegen den Abstieg. Die Eintracht, die zur Zeit auf einem Aufstiegs-Relegationsplatz liegt, ist nun zum fünften Male hintereinander ungeschlagen und zeigte den fast 22.000 Zuschauern im heimischen Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße eine kontinuierlich gute Technik- und Taktik-Leistung und aufopfernden Kampf. So kamen die Blau-Gelben schließlich heute zu einem hoch verdienten Erfolg.

Lieberknecht hatte keinen Grund, nach dem Punktgewinn auswärts in Rostock sein Team zu verändern. Auch daheim agierten die Blau-Gelben wieder nur mit einer Spitze, dafür aber mit einem offensiv ausgerichteten Mittelfeld mit schnellem Flügelspiel über die Außen. Cottbus-Coach Wollitz setzte im Vergleich zum Frankfurt-Spiel auf links im Mittelfeld auf Ludwig, Adlung rutschte dafür aus der Mannschaft.

Von Anfang an begann Cottbus die Partie bewusst tief stehend und sehr vorsichtig – wollte selbst durch Umschalten und schnelles Konterspiel erfolgreich sein. In so einer Kontersituation tauchte in der 5. Minute dann auch Fenin gefährlich vor dem von Davari gehüteten Eintracht-Tor auf, zielte allerdings über das Gehäuse. Ansonsten machte die Eintracht das Spiel und hatte eine erste Chance in der 11. Minute, als Pfitzner nach einer Ecke von Vrancic über links aus der zweiten Reihe abzog und den Ball knapp links neben den Posten setzte.

Der bis dahin auffälligste Eintracht-Spieler, Boland auf der linken Außenposition, drehte zwei Minuten später dann auf. Er ließ nach der Mittellinie gleich zwei Gegenspieler aussteigen, erkämpfte sich an der linken Eckfahne kurz danach erneut den Ball und passte zurück in die Mitte. Dort fand er Eintracht-Kapitän Kruppke, der den noch von Hünemeier abgefälschten Ball aufnahm und an Cottbus-Keeper Kirschbaum vorbei zum 1:0 einschob (11. Minute). Cottbus musste sich nach dieser Aktion erst einmal finden und verlor kurzfristig die Ordnung. In der 23. Minute ließ Schorch den linken Außenverteidiger der Eintracht – Ken Reichel – dann unbedrängt flanken. Aus der Flanke wurde ein Torschuss, der denkbar knapp am rechten Pfosten des Cottbus-Tores vorbei ging. Kirschbaum stand in dieser Situation zu weit vor seinem Tor.

Von Cottbus kam weiterhin nicht viel, was Trainer Wollitz draußen zur Raserei brachte. Energie spielte Eintracht Braunschweig weiterhin in die Karten, erspielte sich zwischendurch nur eine einzige kleine Schuss-Chance durch Ludwig (34. Minute). So musste Eintracht-Verteidiger Reichel in der 35. Minute für Gefahr vor dem eigenen Tor sorgen, als er nach mehreren Ecken für Cottbus nacheinander einen abgewehrten Ball mit dem Kopf denkbar knapp an Davaris Tor vorbei ins Toraus beförderte. Oft genug erkämpften sich die Löwen nun schon vor dem eigenen Strafraum den Ball und setzten geschickte Konter. So fand ein schöner Pass von Vrancic aus der Defensive den auf der linken Seite freistehenden Löwen-Goalgetter Kumbela, der den Ball weiter nach vorne trieb und auf den in der Mitte mitgelaufenen Kruppke passte, der den Ball im Laufen technisch geschickt mit der Hacke mitnahm. Dadurch konnte er seine verdutzten Gegenspieler überspielen und zu einem Schuss ansetzten. Er zielte auf die rechte Torhälfte von Kirschbaums Tor. Daraus wurde eine Maßvorlage für den rechts mitgelaufenen Boland. Der erwischte freistehend den Ball noch gerade so vor dem rechten Pfosten und schob ihn über die Linie zur 2:0-Führung seiner Mannschaft (38. Minute).

Danach dominierte die Eintracht noch eindeutiger die Partie. Bevor der Schiedsrichter dann allerdings zum Pausentee pfiff, bekam auch Eintracht-Keeper Davari - immer noch für den dauerverletzten Stammkeeper Petkovic in der Mannschaft – einmal etwas Größeres zu tun. Sehenswert seine Parade gegen den aufgerückten Cottbusser Innenverteidiger Hünemeier, der den Ball nach einer Ecke von rechts gefährlich aus nächster Nähe auf das Eintracht-Tor brachte.

Energie-Coach Wollitz brachte zur zweiten Hälfte die einzige Trumpfkarte, die er noch in seinem Kader für dieses Spiel zu haben glaubte. Obwohl der Spieler nicht fit war und sein Einsatz eigentlich „unverantwortlich“ (nach den eigenen Worten von Wollitz in der späteren Pressekonferenz), sollte nun Nachwuchstalent Bittencourt das Cottbus-Spiel antreiben. Fenin wurde dafür aus dem Team genommen. Viel war davon erst einmal nicht zu sehen, Braunschweig machte weiterhin das Spiel. Braunschweigs Spitze Kumbela sorgte immer wieder für Gefahr und hatte bis zur 64. Minute drei große Tor-Chancen innerhalb von 10 Minuten. In der 55. Minute entschärfte Kirschbaum davon einen seiner Schüsse mit schöner Parade. Aufregung herrschte im Stadion in der 62. Minute, als Hünemeier den frei auf das Cottbusser Tor zulaufenden Kruppke unsanft umschubste – der Schiedsrichter aber nicht reagierte. Als dann Braunschweigs immer wieder präsenter Spielmacher Vrancic, der vorbildlich kämpfte (obwohl leicht angeschlagen ins Spiel gegangen), erschöpft vom Platz musste, ersetzte ihn Freistoss-Spezialist Zimmermann (65. Minute). Der setzte dann gleich fünf Minuten später einen sehenswerten Freistoss aus mehr als 30 Metern Entfernung an den linken Pfosten des Energie-Tores (70. Minute).

Da Cottbus sich nicht entscheidend bis in den Strafraum der Gäste durchspielen konnte, musste ein Weitschuss für den eher unverdienten Anschlusstreffer herhalten. Bittencourt nahm sich in der 76. Minute ein Herz und zog aus mehr als 20 Metern ab, nachdem er Pfitzner – der sich in der Partie oftmals festspielte – den Ball abgenommen hatte. Davari hatte bei diesem Schuss zum 2:1 keinerlei Chance zur Abwehr, obwohl er in die richtige Ecke flog.

Doch ein Hoffnungsschimmer sollte bei Wollitz und seinem Energie-Team erst gar nicht aufkommen. Schon wenige Sekunden später stellte im direkten Gegenzug nach dem Anschluss-Tor Kumbela den alten Torabstand wieder her. Wieder war es Zimmermann – vom Eintracht-Nachwuchstalent Raphael Korte außen schön freigespielt – der mit einer schönen Flanke von rechts den durchstarteten und sich sehenswert in den Ball hechtenden Kumbela bediente. Der Kongolese freute sich so sehr über dieses Kopfball-Tor zum 3:1, dass er sich für das Ausziehen seines Trikots die gelbe Karte einhandelte. Dies rächte sich in der 77. Minute, als Kumbela mit dem Ellenbogen etwas unsanft mit seinem Gegenspieler umging. Für diese eher harmlose Aktion zeigte ihm der Schiedsrichter die zweite gelbe Karte, so dass der Braunschweiger Goalgetter vorzeitig zum Duschen gehen musste.

Aber auch gegen 10 Löwen fand Cottbus zu keinem besseren Spiel, obwohl die Löwen nun deutlich ergebnissichernder agierten und den defensiven Mittelfeldspieler Reinhardt für den Offensiven Boland tauschten. Eintracht hielt den Ball geschickt in ihren Reihen und brachte das Ergebnis auch sicher über die Nachspielzeit.

Nach dem Spiel gratulierte Energie-Coach Wollitz der Eintracht zu einem verdienten Sieg und ging mit seinem eigenen Team hart ins Gericht, während sein Trainer-Kollege Lieberknecht voll des Lobes über seine eigene junge Mannschaft war. Wollitz ärgerten vor allen Dingen die individuellen Fehler und die Unsicherheit im Passspiel bei seinen Mannen.

Am nächsten Spieltag wird es für Cottbus keinesfalls leichter, Punkte zu holen. Die Mannschaft reist zur Spitzenmannschaft nach Düsseldorf und gerät in Gefahr, in der Tabelle noch weiter abzusacken. Auch Eintracht muss auswärts beim FSV Frankfurt ran, kann aber dafür in dieser Saison auf eine bisher sehr erfolgreiche Auswärtsbilanz zurückschauen.

Eintracht Braunschweig: Davari – Kessel, Henn, Correia, Reichel – Theuerkauf - Kruppke, Vrancic (Zimmermann/ 65.), Pfitzner (R. Korte/ 72.), Boland (Reinhardt/ 87.) – Kumbela Energie Cottbus: Kirschbaum – Schorch, Hünemeier, Roger, Bittorff – Müller (Ziebig/ 75.), Kruska, Banovic, Ludwig (Steffen/ 58.)– Rangelov, Fenin (Bittencourt/ 46.)


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