Sie sind hier: Startseite > 2. Bundesliga > News > Artikel

Jetzt  Neu! Der Fussball24-Newsreader

News-Feed
Was ist das?
 

 Impressum
 Datenschutzerklärung
 Sitemap
 
Forexhandel
Euroweb Sportförderung
 

Erzgebirge Aue entführt Punkt aus Braunschweig (von Autor JURO)

22.08.2011, 14:42 Uhr

Was will das Fussballherz mehr? Herrliches Wetter, 20.000 Zuschauer mit viel Einsatz von den Rängen und dazu ein emotionsgeladener und spannender Kick auf dem Rasen! Schliesslich waren alle nach dem Zweitliga-Kick im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße mit dem Unentschieden zufrieden, bei dem Erzgebirge Aue etwas glücklich aus Braunschweig einen Punkt entführte. Eintracht-Trainer Lieberknecht hatte endlich wieder einen erfahrenen Abwehrchef zur Verfügung, den nach mehrwöchiger Pause kehrte nach Armverletzung Innenverteidiger Henn zurück. Sein Vertreter Reichel rückte dafür wieder auf seinen angestammten linken Aussenverteidigerposten zurück und Boland durfte wieder links offensiv spielen. Dafür war diesmal Nachwuchshoffnung Gianluca Korte nicht dabei. Für den verletzten Pfitzner kehrte Theuerkauf auf die 6er-Position zurück. Aue-Coach Schmitt stand in der Offensive immer noch nicht Enrico Kern zur Verfügung. Er verzichtete zudem auf die noch nicht recht in Tritt gekommenen Lachheb, Müller und Kempe und liess diesmal von Anfang an Kocer, Le Beau und König in der Anfangsformation auflaufen.

Bereits in der 1. Minute des Spiels gab es auf dem Platz helle Aufregung, denn vor dem Mittelkreis prallte Erzgebirgler Hensel mit Löwen-Spielmacher Vrancic zusammen, der sich dabei eine Kopfverletzung in Form einer klaffenden Wunde einhandelte und sehr lange auf dem Platz (und danach in der Kabine) behandelt wurde. Da Hensel dagegen unverletzt für Aue weitermachen konnte, spielte Braunschweig in der Hoffnung auf eine baldige Vrancic-Rückkehr fast eine Viertelstunde nur mit 10 Spielern weiter. Trotz Unterzahl setzte die Eintracht den Gegner gehörig unter Druck. Daraus resultierte ein Freistoss vor dem Veilchen-Strafraum, den Löwen-Standardspezialist Zimmermann von rechts neben dem Auer Strafraum ausführte. Er fand den Kopf seines frei vor dem Tor stehenden Kapitäns Kruppke, der den Ball zur Überraschung der Zuschauer zu der in dieser Phase nicht erwarteten frühen 1:0-Führung einnickte (7. Minute).

Aue stand kurzfristig unter Schock und spielte fahrig, ungeordnet und fehlerhaft. Fast wäre Eintrachts agiler Sturmspitze Kumbela ein weiterer Treffer (9. Minute) gelungen, als er sich links durchspielte und rechts knapp am Winkel des Aue-Tores vorbeischoss. Erst ab der 13. Minute kamen die Veilchen über kämpferischen Einsatz wieder etwas auf und zu ihren ersten beiden Offensivaktionen. Schroeder zog dabei einmal aus der zweiten Reihe ab und setzte ein Achtungszeichen. Fünf Minuten später versuchte der bis dahin auffälligste Auer Hochscheidt einen etwas missglückten Tor-Abschluss. Erst in der Minute 15 war Eintracht wieder mit 11 Spielern auf dem Platz, als Vrancic mit einem Kopfverband ins Spiel zurückkehrte. Der Mittelfeldstratege musste aber schon nach 5 Minuten von Trainer Lieberknecht wegen Benommenheit als Folge des Kopfstosses gegen Reinhardt ausgetauscht werden. Fortan wurde die Partie nicht nur mit viel körperlichem Einsatz auf beiden Seiten, sondern auch mit viel Härte geführt. Dabei versuchte es Aue vermehrt, der spielerischen Überlegenheit von Braunschweig mit einigen taktischen Fouls zu begegnen. Das Spiel wurde immer emotionaler, da auch die Eintracht nun mit immer mehr Härte dagegenhielt. Es war dem besonnenen Handeln des Schiedsrichters Bandurski zu verdanken, dass es in dieser Phase nicht zu Überreaktionen einzelner Spieler beider Teams kam.

In der 18. Spielminute kreierte Kumbela einen überraschenden Löwen-Angriff, als er mit einer sehenswerten Hackenablage rechts an der Mittellinie Boland in Szene setzte, der frei durchstarten konnte. Schröder brachte ihn zu Fall – und der fällige Freistoss von Zimmermann schien schon vertan zu sein, als Kessel den Ball von links doch noch gefährlich auf das Männel-Tor brachte. Kruppke hatte in der Folgeminute bereits die nächste große Chance, auf 2:0 für die Löwen zu erhöhen. Der zweikampfstarke rechte Eintracht-Aussenverteidiger Kessel hatte sich in die Offensive eingeschaltet, den Auern rechts an der Eckfahne den Ball abgenommen und Kruppke frei vor dem Männel-Tor gefunden. Der setzte das Leder – am 5-Meter-Raum frei stehend - aber unglücklich knapp über die Latte. Jetzt bekam auch Eintracht-Keeper Davari mehr zu tun, der nach einer halben Stunde noch einen Schuss von König mit Fuss und viel Bravour abwehren konnte. Dieser war zuvor durch eine schöne Kombination von Schlitte und Kocer freigespielt worden. In der 31. Minute allerdings musste Davari den Ball aus dem eigenen Netz holen, denn gegen einen von seinem Abwehrchef Henn noch abgefälschten Schuss von Aues Hochscheidt - der sich in den rechten Winkel senkte - war er machtlos. Der Veilchen-Spieler war zuvor mit einem langen Pass in gute Schussposition von rechts am Eintracht-Strafraum gekommen.

Braunschweig versuchte nach dem Ausgleich, Aue weiterhin besonders über die Aussen unter Druck zu setzen. Auffällig blieb dabei besonders die Anfälligkeit der Auer Defensive, wenn Braunschweig über die linke Seite kam. Dort sah besonders Aussenverteidiger Le Beau sehr oft unglücklich aus. In der 38.Minute spielte sich über diese Seite wieder Boland durch und bediente im Auer Strafraum Goalgetter Kumbela, der seinen Kopfball an den rechten Innenpfosten des Männel-Tores setzte. Der Ball lief die Torlinie entlang und wurde schliesslich noch gerade so von Klingbeil wieder ins Feld befördert. Bis zum Schlusspfiff der ersten Hälfte versuchten sich auf Löwen-Seite noch Zimmermann (39.) und Linksverteidiger Reichel (42.) mit Distanzschüssen auf Männels Tor. Aues letzte Chance resultierte durch einen Freistoss rechts vorm Eintracht-Strafraum, den Kocer auf den nach vorne gelaufenen Auer Innenverteidiger Paulus legte. Der zirkelte das Leder aus der zweiten Reihe knapp rechts am Davari-Tor vorbei. Letzter Aufreger der ersten Halbzeit war eine gelbe Karte für Eintrachts Kumbela nach hitzigem Einsteigen, für das die Auer Fans gerne Rot gesehen hätten.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit lief Aue ohne Aussenverteidiger Le Beau auf, den fortan Müller ersetzte. Braunschweig kam ohne Wechsel aus der Kabine. Die Partie setzte sich so fort, wie sie in der ersten Hälfte geendet hatte. Beide Parteien gingen flott, ungestüm und mit viel Härte ins Spiel, von dem erst einmal Aue mehr hatte. Die Veilchen suchten auch immer wieder den Abschluss, den ihr Trainer Schmitt in der ersten Halbzeit vermisst hatte. Allerdings brachten erste Distanzschüsse kaum Gefahr für Keeper Davari im Löwen-Tor. Braunschweig fand sich erst einmal in Abwartehaltung, um Gelegenheiten für die in den bisherigen Spielen so erfolgreiche «Überfall-Taktik» zu finden. Kruppke und Boland kamen jetzt immer besser in die Partie und glänzten über die Aussenpositionen des blau-gelben Teams. Dabei inszenierte Boland in der 49. Minute einen erfolgverprechenden Lauf in den Veilchen-Strafraum, legte den Ball nach innen für den frei stehenden Kruppke in Höhe des Elfmeterpunktes aber unglücklich zu weit zurück. So kannm der Kapitän der Löwen nicht mehr an den Ball. In der 50. Minute war dann wieder Aue dran: Hochscheidt fand sich unbedrängt von Correia und Henn in sehr guter Position mit dem Ball im Löwen-Strafraum wieder, schob diesen aber unglücklich direkt in Keeper Davaris Arme. Zwei Minuten später zwang Schröder durch einen strammen Schuss von rechts neben dem Eintracht-Strafraum den Löwen-Keeper zu einer spektakulären Faustabwehr. In der 55. Minute verlangten die Braunschweiger Fans vehement einen Elfmeterpfiff, als Reinhardt Kumbela mit einem Fallrückzieher von links beben dem Aue-Strafraum bedient hatte und der Stürmer unsanft zu Boden sank. Die Pfeife des Unparteiischen blieb aber stumm! Tumultartige Szenen auf dem Platz folgten in der 61. Minute, als sich Foulspiele der Auer häuften und die Spieler beider Mannschaften in Gruppen aneinandergerieten. Dem Schiedsrichter gelang es aber mit Geschick, wieder Ruhe ins Spiel zu bringen. Löwen-Coach Lieberknecht ersetzte nun Mittelfeldspieler Zimmermann, der immer weiter abgebaut hatte, durch den frechen Nachwuchspieler Raphael Korte, der ab sofort die linke Aussenbahn von Braunschweig beackerte und vielen neuen Schwung brachte (63.). Es dauerte aber bis zur 72. Minute, bis sich daraus wieder eine richtige Eintracht-Chance ergab. Wieder einmal war es der fleissige Kumbela, der den Ball in guter Position nicht im Auer Tor unterbrachte. Drei Minuten später scheiterte er dann auch noch zusätzlich vom Elfmeterpunkt aus, als er den nach einem Strafraumfoul der Auer an Boland fälligen Strafstoss nicht an Männel vorbeibrachte (der den halbhohen Schuss in die rechte Ecke geahnt hatte). Zu diesem Zeitpunkt wäre eine erneute Eintracht-Führung verdient gewesen.

Aue erwehrte sich nun erfolgreich bis zur Schlussminute weiterer wütender Löwen-Angriffe, wobei immer wieder Veilchen-Torwart Männel im Mittelpunkt stand. Kumbela, der kurz danach gegen Fetsch ausgetauscht wurde, fand in ihm noch einmal in Minute 80 seinen Meister. Männel kam in dieser Situation mutig aus seinem Tor und stibitzte unsanft dem an diesem Tag glücklosen Stürmer im Strafraum das Leder. Spektakulär war auch Männels Flugeinlage kurz danach, als er einen Eintracht-Schuss – der noch von Hensel abgefälscht war – aus dem Winkel holte. Die letzte Braunschweig-Chance vergab schliesslich Kruppke, der vor dem Schlusspfiff nach Kessel-Flanke nur denkbar knapp am Auer Tor vorbeiköpfte (90. Minute).

Aue-Trainer Schmitt stellte nach dem Spiel heraus, dass die Zuschauer ein tolles Fussballspiel mit viel Emotion gesehen hätten. Er lobte besonders die Stimmung im Stadion. Sein Team hätte einen großen Aufwand im Spiel betrieben, daher wäre das Unentschieden gerecht. In der ersten Halbzeit stellte er besonders die gefährliche Braunschweiger Kontertaktik heraus. Aue habe in Halbzeit 2 zu viele Bälle verloren und damit den Gegner stark gemacht. Die Schlüsselszene des Spiels wäre der gehaltene Elfer von Männel gewesen. Schmitt glaubt, dass Eintracht Braunschweig im Laufe der neuen Saison eine noch bessere Rolle in der zweiten Liga spielen wird, als es sein eigenes Überraschungsteam in der Saison 2010/11bereits getan habe. Eintracht-Trainer Lieberknecht haderte nach dem Spiel nicht mit dem vergebenen Elfmeter von Kumbela, der seine Antwort darauf sicherlich bereits im nächsten Spiel geben würde. Lieberknecht bedauerte allerdings das frühe Ausscheiden seines Spielmachers Vrancic, dessen überraschende Pässe dem Spiel seines Teams gefehlt hätten. Aue hätte sehr viel Härte ins Spiel gebracht, gegen die seine eigentlich körperlich nicht so robustes Mannschaft aber gut gegengehalten hätte, ohne dabei die spielerische Linie zu vergessen. Man müsse aber auch einmal mit einem Unentschieden zufrieden sein. Die junge Eintracht-Mannschaft könne aus diesem Spiel einige wichtige Lehren ziehen. Braunschweig hat nun in noch einem Heimspiel die Chance, gegen Bundesligaabsteiger FC Sankt Pauli am nächsten Wochenende die Punkte einzufahren, die eigentlich im Spiel gegen Erzgebirge Aue schon drin waren. Die Veilchen messen sich dann daheim im Ost-Derby mit Cottbus und hoffen darauf, endlich wieder einmal einen «Dreier» einzufahren.

Eintracht Braunschweig: Davari –Kessel, Henn, Correia, Reichel – Theuerkauf, Vrancic (18. Reinhardt) – Kruppke Zimmermann (63. R. Korte), Boland – Kumbela (84. Fetsch)

Erzgebirge Aue: Männel – Le Beau (46. Müller), Klingbeil, Paulus, Schlitte – Hensel, Schröder – Könnecke (59. Ramaj), Hochscheidt, Kocer (66. Höfler)- König


Weitere Fussball-Nachrichten aus dem Archiv
21.08. 16:05 - Eintracht Nummer 1 in Frankfurt - Fürth ganz oben
21.08. 15:25 - Eintracht Nummer eins in Frankfurt - Cottbus siegt
20.08. 16:11 - Cottbus-Coach Wollitz erleidet Bandscheibenvorfall
19.08. 20:25 - Fürth erobert Spitze - Düsseldorf deklassiert 1860
19.08. 19:55 - Fürth erobert Spitze - Düsseldorf besiegt 1860
18.08. 12:44 - Derby-Fieber am Main - Fortuna fordert 1860
17.08. 15:28 - Torghelle verlässt Fortuna Düsseldorf
17.08. 11:22 - Bremer Schindler zu St. Pauli
16.08. 20:22 - St. Pauli vorerst ohne Takyi
16.08. 16:57 - St. Pauli vorerst ohne Takyi - Schindler im Test
 
Alle älteren Artikel gibt's im News Archiv.
Fanartikel DFB Pokal Karten Sky bestellen
Fan von Fussball24 auf Facebook werden
Fußball Newsletter - Informationen und Anmeldung
Das große Fußball 24 Forum
fussball-im-verein.de - Spieler, Funktionäre und Fans immer am Ball
...weitere Themen

Internetagentur bigidea.de | Eishockey | primera-division.com