Nachdem St. Pauli bereits am 2. Spieltag das Spitzenspiel gegen Eintracht Frankfurt (1:1) bestritten hatte, steht am 3. Spieltag der neuen Saison das Duell zwischen dem 1. FC St. Pauli und Alemannia Aachen bevor. Das Heimspiel der Hamburger ist auch ein echter Klassiker der Zweitligasaison 2011/2012. Die Tickets für das Spiel sind unter den Fans heiß begehrt. Das Stadion am Millerntor war selbst zu Zeiten, als der Club noch in der 3. Liga sein Dasein fristete, häufig ausverkauft. Für die Fans des Kiez-Clubs ist es das erste richtige Heimspiel der Saison. Nachdem im letzten Jahr ein Bierbecher aus dem Fanblock der Braunweißen geflogen war, fand das erste Heimspiel der Saison gegen den FC Ingolstadt zur Strafe im Lübecker Exil statt.
Aus Fansicht ein Ärgernis, konnte die Verbannung aus dem Millerntor der Mannschaft sportlich offenbar nichts anhaben. Durch zwei Tore von Vereinsikone Fabian Boll konnte der Bundesliga-Absteiger das Spiel mit 2:0 gewinnen. Der Sieg war ein Befreiungsschlag für den Anhang aus der Elbmetropole. Zwölf Partien in Folge hatten die Hamburger nicht gewinnen können. Die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Saison liegen unter anderem auf Marius Ebbers. Nachdem der Stürmer in der Aufstiegssaison mit 20 Toren noch die zweitmeisten Treffer der Liga erzielen konnte, warfen ihn verschiedene Verletzungen letzte Saison zurück. Mit seinen drei Treffern konnte er der schwachen Offensive der Hamburger keine Durchschlagskraft verleihen. Der 33-Jährige ist damit quasi ein Neuzugang.
Hinter Alemannia Aachen hingegen steht in dieser Saison ein Fragezeichen. Die letzten beiden Jahre verliefen enttäuschend für die Aachener. Nach den Höhepunkten der letzten zehn Jahre, vor allem mit dem Erreichen des Pokalfinales, der folgenden Teilnahme am UEFA-Pokal und dem Aufstieg in die 1. Bundesliga, konnte die Mannschaft das Niveau nicht halten. Dem Abstieg aus der Bundesliga folgten zwei ordentliche Jahre in der 2. Liga, während der 13. und der 10. Platz in den letzten Jahren enttäuschend waren. Folgerichtig wagte die sportliche Leitung um den ehemaligen Bundesliga-Spieler Erik Meijer den Umbruch. Mit Zoltán Stieber und Marco Höger folgten zwei Leistungsträger des Vereins dem Lockruf der 1. Liga. Dazu verließen einige erfahrene Spieler den Verein, die Mannschaft wurde mit jungen Talenten aufgefüllt. Nach der ärgerlichen Niederlage zum Saisonstart gegen Aue steht die Mannschaft schon zu Beginn unter Druck.
Bei bisher 26 Spielen zwischen beiden Teams hat St. Pauli mit 9 zu 6 Siegen leicht die Nase vorn. 11 Spiele endeten unentschieden. Die Karten für eines der Highlights dieser Zweitligasaison in einem der schönsten Stadien der Liga werden ausverkauft sein, wenn der Anpfiff ertönt.