Ismaik versicherte, dass er sich in die internen Angelegenheiten des Vereins nicht einmische und sich um den Erhalt der Identität und Tradition von 1860 bemühe. Der Multi-Millionär, der den Traditionsclub nach eigenen Angaben mit 18,4 Millionen Euro vor der finanziellen Pleite gerettet hat, schrieb weiter: «Ich kann Euch bestätigen, dass wir noch nie - weder intern noch extern - einen Rücktritt von Herrn Schneider gefordert haben. Die Machtverhältnisse waren und sind für uns nicht von Bedeutung, da wir nur gemeinsam den Erfolg für 1860 erreichen können.» Der Machtkampf in der für den Profibereich zuständigen Kommanditgesellschaft dürfte mit Schneiders Entschluss und Ismaiks Brief aber noch nicht zu Ende sein. Der Jordanier und sein Team streben offenbar nach mehr Einfluss im Verein. Ismaik hält 49 Prozent (plus 11 Prozent stimmlose Anteile) der Kommanditgesellschaftsanteile bei den Sechzigern. Streitpunkt ist vor allem die Besetzung des neuen Aufsichtsrats, der auf der Sitzung am Freitag von bisher neun auf sechs Mitglieder verkleinert werden soll. Der bisherige Aufsichtsrat hat sich einstimmig für Schneider, Vize-Präsident Franz Maget und Ex-Kultusminister Siegfried Schneider als Mitglieder des Kontrollgremiums ausgesprochen. Ismaik und Iraki sollen gegen diese Trio und vor allem gegen Schneider sein, dem eigenmächtiges Handeln vorgeworfen wird. Gespräche am Wochenende könnten für ein Ende der Chaos-Tage bei 1860 München sorgen - am Samstag wird Ismaik zum Heimspiel der «Löwen» gegen den Karlsruher SC in der Allianz Arena erwartet.
 |