Letztes «Löwen»-Aufbäumen - «Münchens große Liebe»
München (dpa) - 18.03.2011, 17:58 Uhr
1860-Präsident Dieter Schneider gibt zur finanziellen Situation einen Lagebericht.
Dramatischer Hilfeschrei gegen den finanziellen Todesstoß: Mit einem letzten Aufbäumen will Zweitligist 1860 München das endgültige wirtschaftliche Aus abwenden und den bitteren Abschied vom Profi-Fußball doch noch verhindern. «Wir sind Münchens große Liebe», sagte «Löwen»-Geschäftsführer Robert Schäfer am Freitag kurz vor Anpfiff der Heimpartie gegen den Karlsruher SC. Allerdings muss der seit langem in Schwierigkeiten steckende Traditionsclub in den kommenden Wochen acht Millionen Euro auftreiben. «Es ist eine ernste Situation, aber wir sind nicht zahlungsunfähig», betonte Schäfer. Damit bestätigte der Verein nach monatelangen Sanierungsarbeiten einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung», wonach die «Löwen» endgültig vor der Insolvenz stehen. Allein für die laufende Saison gebe es noch einen Liquiditätsbedarf von 3,5 Millionen Euro, rechnete Schäfer vor. Für die kommende Spielzeit fehlten noch einmal 4,5 Millionen Euro. Hoffnung machen den Verantwortlichen Gespräche mit neuen Geldgebern. «Wir sind in guten Gesprächen mit Partnern», sagte Präsident Dieter Schneider. «Aber es gibt keine Garantie.»
«München ist nicht nur Champagner und Maximilianstraße», sagte Schäfer weiter. «Wir sind ein Arbeiterverein, der die Herzen der Menschen erreicht. Deshalb kämpfen wir für den Erhalt der Löwen.» Seit mehreren Monaten versucht die neue Vereinsführung, den drohenden finanziellen Kollaps mit einem drastischen Sparkurs abzuwenden. So verfügte der Verein eine zehnprozentige Gehaltskürzung bei Mitarbeitern und Profis. Der Kader wurde deutlich reduziert, auf der Geschäftsstelle wurden sieben Stellen abgebaut. «Wir werden nicht aufgeben und den Verein in eine bessere Zukunft führen», versprach Schäfer. «Wir wollen ein langfristig tragfähiges Konzept und uns nicht Monat für Monat von Skandal zu Skandal hangeln.» Ein Beitrag zur Rettung könnte der Nothilfefonds der Deutschen Fußball Liga (DFL) sein, der aber einen Punktabzug zur Folge hätte. Erst im Herbst waren die Münchner wegen «unzureichender Informationen» im Lizenzierungsverfahren mit einem Abzug von zwei Punkten bestraft worden. |