Frankfurt/Main (dpa) - 12.01.2011, 12:06 Uhr
Die Polizei ist aus Gewerkschaftssicht mit ihren Einsätzen bei Spielen der Fußball-Bundesliga «an die Grenzen gestoßen».
In der Saison 2009/2010 sei die Rekordzahl von 574 000 Einsatzstunden geleistet worden, erklärte Bernhard Witthaut, der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), zum Auftakt des Sicherheits-Kongresses in Frankfurt/Main. In der Spielzeit zuvor waren es noch 537 000 Stunden.
Unter dem Motto «Feindbilder im Abseits» diskutierten bei dem Kongress etwa 300 Vertreter der Polizei, der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sowie aus der Fan-Szene. Alle Seiten setzten auf mehr Kommunikation zwischen den Lagern, ein Patentrezept gegen Ausschreitungen in und rund um die Stadien hatte erwartungsgemäß niemand.
GdP-Chef Witthaut bezeichnete die Forderung nach einer Kostenbeteiligung der Vereine an den Polizeieinsätzen als «unsinnig und juristisch falsch». Die konkurrierende Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hatte im vergangenen Jahr gefordert, dass die DFL eine Gebühr von 75 Millionen Euro je Saison bezahlen solle. Auch einige Politiker hatten eine Kostenbeteiligung verlangt, die aber nicht durchgesetzt werden konnte.
«Wir sind nicht die Einzigen, die die Polizei in Anspruch nehmen. Weniger als ein Prozent der Polizeistunden entfallen auf den Fußball», betonte DFB-Präsident Theo Zwanziger und verwies auf die Atomtransporte. Zwanziger betonte die gesellschaftliche Rolle des Fußballs und meinte: «Wir können nicht alle Versäumnisse der Gesellschaft beheben.»