Die Deutsche Fußball Liga (DFL) reagierte umgehend auf die Aussagen des derzeit vereinslosen Schnitzler. «Der Ligaverband hat den Vorfall zur Kenntnis genommen und unverzüglich Maßnahmen eingeleitet. Nach gegenwärtigem Stand sind uns keine Auffälligkeiten bekannt. Weder haben wir seitens Sportradar Hinweise zu auffälligen Wettbewegungen erhalten noch hat der Spieler, der bei drei der fünf angegebenen Partien auch gar nicht zum Einsatz gekommen ist, Spielmanipulationen zugegeben», hieß es in der DFL-Erklärung. Man habe beim Wettkontrolleur Sportradar eine erneute Prüfung der genannten Spiele in Auftrag gegeben. Zudem würden die im Wettskandal ermittelnde Staatsanwaltschaft Bochum und der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützt. Der DFB teilte mit, dass ihm die Verdachtsmomente «seit einiger Zeit bekannt» sein. Der Kontrollausschuss befasse sich mit der Prüfung. «Darüber hinaus hat die Staatsanwaltschaft Bochum signalisiert, dem Kontrollausschuss weitere Informationen zur Verfügung stellen zu wollen», sagte Rainer Koch, der für Rechtsfragen zuständige DFB-Vizepräsident. Zwischen 2007 und 2009 hatte es René Schnitzler auf 33 Einsätze (7 Tore) für die St. Paulianer gebracht. Bei den fraglichen Partien, die Schnitzler hätte manipulieren sollen, soll es sich nach «Stern»- Angaben um Auswärtsspiele der Hanseaten bei Mainz 05 (Saison 2007/2008), bei Hansa Rostock, beim FC Augsburg, beim MSV Duisburg und erneut bei Mainz 05 (jeweils 2008/2009) handeln. Vor Schnitzler hatte der frühere Profi des VfL Osnabrück, Marcel Schuon, seine Verwicklung in den Wettskandal teilweise gestanden und war vom DFB gesperrt worden. Laut «Stern» handelt es sich bei dem Wettpaten um einen Niederländer und dabei mutmaßlich um eine zentrale Figur im Bundesliga-Wettskandal. Die dem Magazin vorliegenden Akten der Bochumer Staatsanwaltschaft sollen zeigen, dass dieser engen Kontakt mit vielen der im Prozess Beschuldigten hatte. Er war «Boss und Lenker», so das Magazin. Die Unterlagen sollen nahelegen, dass der Niederländer für zahlreiche mutmaßliche Spielmanipulatoren hohe Wetten in Asien platzierte, die von deutschen Wettanbietern nicht gehalten worden wären.
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