Gedränge im Unterhaus: Hertha und Aue schwächeln
München (dpa) - 05.12.2010, 16:06 Uhr
Mit dem Löwen im Hintergrund jubeln 1860s Spieler nach dem Tor von Benjamin Lauth.
Kollektives Schwächeln an der Spitze, Hoffnung bei den Verfolgern: Nach den gemeinsamen Ausrutschern von Erzgebirge Aue, Hertha BSC und des MSV Duisburg herrscht im Kampf um die Herbstmeisterschaft der 2. Fußball-Bundesliga plötzlich ein Gedränge wie auf dem Weihnachtsmarkt. Gleich sieben Teams haben an den letzten beiden Hinrunden-Spieltagen beste Chancen auf den Platz ganz oben. Ganz unten wird die Lage für Schlusslicht Arminia Bielefeld unterdessen immer ernster. Nach zuletzt zwei Niederlagen hoffte Hertha-Coach Markus Babbel in seiner Heimatstadt auf Besserung, doch den Gefallen tat ihm 1860 München nicht. Benjamin Lauth sorgte mit einem feinen Schuss (8. Minute) für das Tor des Tages, am Ende stand ein verdientes 1:0 der «Löwen». Zu allem Überfluss sah Herthas Torhüter Marco Sejna die Rote Karte. «Wir kreieren einfach zu wenig Chancen. Und die Chancen, die wir haben, nutzen wir nicht», klagte Babbel, dessen Team am kommenden Spieltag Spitzenreiter Aue empfängt.
Doch eine Woche nach der 0:6-Klatsche bei Energie Cottbus präsentierte sich auch Aue gegen den FC Ingolstadt angeschlagen. Ohne den nötigen Schwung agierte das Überraschungsteam und musste am Ende froh sein, beim 1:1 (0:0) immerhin einen Punkt gerettet zu haben. Oliver Schröder (86. Minute) traf für die Hausherren, kurz zuvor hatte Malte Metzelder (83.) die Gäste in Front gebracht. «Hertha BSC ist der Favorit und bleibt der Favorit», blickte Aues Trainer Rico Schmitt bereits auf das Gipfeltreffen in der Hauptstadt. Genüsslich verfolgten der FC Augsburg und die SpVgg Greuther Fürth die Patzer der Konkurrenz. Augsburg meldete sich mit dem 4:0 im Verfolger-Duell gegen Cottbus zurück im Aufstiegsrennen. Eiskalt nutzte Nando Rafael (15./23.) früh zwei Foulelfmeter, Cottbus musste zudem nach der Roten Karte für Alexander Bittroff (22.) in Unterzahl agieren. «Die Rote Karte war ein absoluter Witz», schimpfte Energie- Keeper Thorsten Kirschbaum. Den Schwaben war's egal: Tobias Werner (58.) und erneut Rafael (83.) legten nach. «Wir müssen genau auf diesem Weg weitermachen», forderte Dreifach-Torschütze Rafael. |