Wellenreuther nun auch gewählter KSC-Präsident
Karlsruhe (dpa) - 18.11.2010, 08:57 Uhr
Der Karlsruher SC hat in Ingo Wellenreuther einen neuen Präsidenten.
Der bisherige Notpräsident Ingo Wellenreuther ist erwartungsgemäß zum neuen Vereinschef des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC gewählt worden. Der 50 Jahre alte Bundestagsabgeordnete der CDU erhielt bei der Mitgliederversammlung in der Karlsruher Schwarzwaldhalle 89,3 Prozent der 938 gültigen Stimmen. Wellenreuther nahm die Wahl an, da auch seine Vizepräsidentschafts-Kandidaten Günter Pilarsky und Georg Schattling die Zustimmung der Mitglieder bekamen. Im Gegensatz zu ihm hatten sie in dem Stadtrat Lüppo Cramer einen Gegenkandidaten. «Der Wunsch nach Kontinuität wurde vielfach geäußert. Genau das ist der Grund, warum ich beschlossen habe, mich nicht vom Acker zu machen, sondern mich dem Verein zur Verfügung zu stellen», sagte Wellenreuther bei der fast sechsstündigen Veranstaltung unter großem Beifall. Er sprach von «gewaltigen Zielen, die wir erreichen müssen. Wir sind im Abstiegskampf. Wir müssen aber gleichzeitig den Verein konsolidieren». Die Zukunft des KSC sei die Jugend: «Wir müssen sie zu uns bekommen, müssen Stuttgart und Freiburg das Wasser abgraben.»
Der Jurist hatte zuvor klargestellt: «Ich stehe nur mit diesen beiden Personen zur Verfügung.» Die Kombination aus einem Unternehmer (Pilarsky), einem Wirtschaftsprüfer (Schattling) und ihm als Juristen sei «ein hervorragendes Angebot an die Mitglieder». Pilarsky und Schattling setzten sich deutlich gegen Cramer durch. Wellenreuthers Bedingung hatte bei der Mehrheit der Mitglieder Wirkung gezeigt. Außerdem konnte Cramer sie bei seiner Rede nicht überzeugen. Diese Abstimmungen hatten sich lange verzögert, weil zuvor ein zweiter Wahlgang für die Besetzung der sieben Verwaltungsrats-Posten nötig geworden war. Nur sechs von elf Kandidaten erhielten im ersten Durchgang die Stimmenmehrheit der rund 1300 anwesenden Mitglieder. Der langjährige Verwaltungsrats-Vorsitzende Peter Mayer fiel beide Male durch und gehört damit nicht mehr dem Kontrollgremium an. |