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Triumphaler Empfang für Europameister Griechenland

Athen (dpa) - 05.07.2004, 22:25 Uhr

Der griechische Team-Bus wird in Athen von den Fans bestürmt.
Der griechische Team-Bus wird in Athen von den Fans bestürmt.

Ganz Griechenland lebt im Fußball-Rausch. Hunderttausende haben dem Sensations-Europameister und Trainer Otto Rehhagel in Athen einen triumphalen Empfang bereitet.

Das Team landete kurz nach 18.00 Uhr mit zweistündiger Verspätung auf dem Flughafen der griechischen Metropole. Feuerwehrwagen sprühten mit zwei Wasserstrahlen einen Triumphbogen über das Flugzeug. Auf einem riesigen Plakat hatte die Flughafendirektion den Satz geschrieben: «Ihr habt uns zum Abheben gebracht - Danke!» Ganz Athen war im Freudentaumel. Nur im Schritttempo konnte sich der Bus mit den EM- Gewinnern den Weg durch die Menschenmassen zum Empfang im alten Olympiastadion bahnen.

Die Heimkehr ihrer Helden war für Millionen Griechen der Startschuss für eine weitere Party bis in die Morgenstunden. «Wir lieben euch, weil ihr uns stolz gemacht und weil ihr den Traum wahr gemacht habt», sagte der griechische Sport-Vizeminister Giorgus Orfanos am Flughafen. Vertreter der Regierung und Verwandte begrüßten Trainer und Spieler mit der griechischen Nationalhymne.

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40 Motorräder der Polizei eskortierten den Mannschaftsbus zum Olympiastadion. Auf dem Beifahrersitz präsentierte Otto Rehhagel den Pokal. Immer wieder stoppten jubelnde Fans den Bus, warfen sich einfach auf die Straße. Erst gegen 21.30 Uhr erreichten die Europameister das Stadion. Rund 300 000 Menschen in blau-weiß feierten nach Polizeiangaben im und vor dem alten Olympiastadion von 1896. Ein Empfang in der ruhmreichen Sportstätte wird sonst nur Olympiasiegern zu Teil.

Mit «Otto-Rehhagel»-Sprechchören feierten die Fans, die zwischen tausenden von griechische Fahnen auch einige deutsche Flaggen schwenkten, den erfolgreichen Trainer der Auswahl. Rehhagel wurde gemeinsam mit seinen Spielern von Bürgermeisterin Dora Bakogianni zum Ehrenbürger Athens ernannt. «Wir sind Europameister geworden. Das ist kein Traum. Wir haben den Pokal nach Griechenland gebracht», rief Rehhagel der Menge zu. Der mit blau-weißen Bändern verzierte EM-Pokal wurde im Stadion aufgestellt und mit einem Lorbeerkranz geschmückt.


Auch am Tag nach dem sensationellen EM-Triumph der Hellenen konnten die euphorisierten Fans ihr Glück kaum fassen. «Wenn es ein Traum ist, lasst mich weiterschlafen», kommentierte die Athener Zeitung «Adesmeftos» auf der Titelseite ungläubig den beinahe unfassbaren 1:0-Endspielsieg der Nationalmannschaft gegen den hohen Favoriten Portugal. Nach dem Abpfiff im Lissaboner «Stadion des Lichts» rannten die Griechen in Scharen auf die Straßen und starteten die große Sause.

«Diese Nacht wird unvergesslich bleiben», sagte ein 17 Jahre alter Fußball-Anhänger. Otto Rehhagel und Siegtorschütze Angelos Charisteas von Werder Bremen hatten das ganze Land glücklich gemacht - und stolz. Die gesamte griechische Presse erschien in den Nationalfarben blau und weiß. Und die Schlagzeilen waren von Begeisterung geprägt: «Unsterblich», titelte das Sportblatt «Goal». Und «Sporttime» meinte: «Gott, gib mir mehr Tränen, damit ich weiter vor Freude weinen kann.»

Der größte Erfolg im griechischen Fußball mobilisierte zur Party ohne Ende. In Athen und Thessaloniki bildete sich ein Fahnenmeer in blau-weiß. Hupkonzerte und tausende Leuchtkugeln verwandelten die beiden größten Städte des Landes in Hexenkessel. Auf den Inseln sprangen nach dem Schlusspfiff hunderte junge Leute ins Meer, vom Athener Hügel Lykabéttus wurden Salutschüsse abgefeuert. Das passiert sonst nur an Nationalfeiertagen. «Wir gratulieren Trainer Rehhagel und seinen Spielern, weil sie alle Griechen weltweit glücklich gemacht haben», sagte Ministerpräsident Kostas Karamanlis via Fernsehen aus Portugal. Auch die Griechen Zyperns machten die Nacht durch.

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