Auch am Tag nach dem sensationellen EM-Triumph der Hellenen konnten die euphorisierten Fans ihr Glück kaum fassen. «Wenn es ein Traum ist, lasst mich weiterschlafen», kommentierte die Athener Zeitung «Adesmeftos» auf der Titelseite ungläubig den beinahe unfassbaren 1:0-Endspielsieg der Nationalmannschaft gegen den hohen Favoriten Portugal. Nach dem Abpfiff im Lissaboner «Stadion des Lichts» rannten die Griechen in Scharen auf die Straßen und starteten die große Sause. «Diese Nacht wird unvergesslich bleiben», sagte ein 17 Jahre alter Fußball-Anhänger. Otto Rehhagel und Siegtorschütze Angelos Charisteas von Werder Bremen hatten das ganze Land glücklich gemacht - und stolz. Die gesamte griechische Presse erschien in den Nationalfarben blau und weiß. Und die Schlagzeilen waren von Begeisterung geprägt: «Unsterblich», titelte das Sportblatt «Goal». Und «Sporttime» meinte: «Gott, gib mir mehr Tränen, damit ich weiter vor Freude weinen kann.» Der größte Erfolg im griechischen Fußball mobilisierte zur Party ohne Ende. In Athen und Thessaloniki bildete sich ein Fahnenmeer in blau-weiß. Hupkonzerte und tausende Leuchtkugeln verwandelten die beiden größten Städte des Landes in Hexenkessel. Auf den Inseln sprangen nach dem Schlusspfiff hunderte junge Leute ins Meer, vom Athener Hügel Lykabéttus wurden Salutschüsse abgefeuert. Das passiert sonst nur an Nationalfeiertagen. «Wir gratulieren Trainer Rehhagel und seinen Spielern, weil sie alle Griechen weltweit glücklich gemacht haben», sagte Ministerpräsident Kostas Karamanlis via Fernsehen aus Portugal. Auch die Griechen Zyperns machten die Nacht durch.
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