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Kein «Merk»-würdiges EM-Finale

Lissabon (dpa) - 04.07.2004, 23:17 Uhr

Markus Merk gestikuliert während des Endspiels.
Markus Merk gestikuliert während des Endspiels.

Otto Rehhagel triumphierte - aber auch Markus Merk war im EM-Finale ein Gewinner. Mit Argusaugen hatte ganz Portugal darauf geschaut, ob der Zahnarzt aus Kaiserslautern seinem Landsmann und Griechen-Coach einen Freundschaftsdienst im EM-Finale erweisen würde.

Doch der üble Verdacht bewahrheitete sich nicht. Beim sensationellen 1:0-Erfolg der Griechen gegen den Gastgeber ging es in Lissabon in keiner Sekunde «Merk»-würdig zu.

Der finale Wunsch des 42-Jährigen wurde damit wahr: «Ich hoffe, dass niemand über uns redet», hatte der 42-Jährige vor dem größten Tag in seiner Laufbahn als Schiedsrichter gesagt. Und wenn, dann dürfte nur die Rede sein von einer absolut souveränen Leistung des besten deutschen Unparteiischen, der sich mit seinen Assistenten Christian Schräer (Emsdetten) und Jan-Hendrik Salver (Stuttgart) beim Fischessen am Vorabend vorgenommen hatte, «das Finale zu genießen».

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Als er die Mannschaften auf den Rasen führte, berührte er ganz kurz und ehrfürchtig mit den Händen den auf einem Tisch platzierten EM-Pokal. Arm in Arm lauschte das deutsche Gespann mit dem vierten Schiedsrichter Anders Frisk (Schweden) den Nationalhymnen. «Das ist der absolute Ritterschlag für einen Schiedsrichter, ein Finale bei einer EM oder WM zu pfeifen», hatte Merk vorher gesagt.

Energisch, mit eindeutigen Gesten und unaufgeregt leitete er die Partie, in welcher der Marathonläufer (Bestzeit 2:42 Stunden) stets auf Ballhöhe war. Beide Mannschaften machten es ihm aber auch leicht, auch wenn Merk in der intensiver geführten zweiten Halbzeit bei der Beurteilung der Zweikämpfe mehr gefordert wurde. Rehhagel spendete dem langjährigen Bekannten an der Seitenlinie bei Entscheidungen für seine Griechen mehrfach Beifall. Merk musste aber auch Rehhagels Spielern einige Gelbe Karte zeigen, die «Rote» blieb aber bis zu seinem finalen Pfiff in der Gesäßtasche.

In der aufregendsten Szene des Spiels musste Merk indes nicht eingreifen. Als ein Fan in den den Vereinsfarben des FC Barcelona in der 86. Minute den Rasen stürmte, wurde er von Ordnungskräften eingefangen und abgeführt. Ein Jahr nach dem Champions-League-Finale zwischen dem AC Mailand und Juventus Turin hat Merk auch sein zweites großes Endspiel mit Bravour gemeistert und ist auf dem Gipfel seiner Schiedsrichter-Laufbahn angelangt.


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