Im Beisein des portugiesischen Staatschefs Jorge Sampaio und des extra zum Endspiel eingeflogenen griechischen Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis lieferten sich beide Mannschaften von Beginn an eine umkämpfte Partie. Die Griechen kehrten zu ihrem schon im Eröffnungsspiel erfolgreichen 4-4-2-System zurück, mit dem die Hausherren im Bemühen um konstruktive Angriffe erneut ihre liebe Mühe hatten. So entsprangen die ersten Chancen auch Einzel-Leistungen: Miguel scheiterte mit einem Schuss von der Strafraumgrenze an Torwart Antonios Nikopolidis (14.), Nuno Maniche (18.) zielte knapp daneben. Ansonsten lief wenig zusammen bei den Gastgebern. Das lag auch daran, dass Luis Figo, der durch seinen 14. Einsatz bei einer EM-Endrunde zu den Rekordspielern Zidane, Thuram (beide Frankreich) und Poborsky (Tschechien) aufschloss, ebenso wie Cristiano Ronaldo enttäuschte. Gegen den klug gestaffelten Gegner wirkten Star-Akteur Figo in seinem 110. und vielleicht letzten Länderspiel und Co. zunehmend hilf- und ratlos. Dies übertrug sich auf die Ränge: Die griechische Minderheit sorgte für tolle Stimmung und berauschte sich am immer frecheren Auftritt ihrer Elf. Die hatte in der ersten Halbzeit jedoch nur eine Chance: Charisteas (16.) konnte nach Zisis Vryzas' Hackentrick-Vorlage Keeper Ricardo nicht überwinden. Nach Wiederanpfiff hofften die einheimischen Anhänger auf endlich mehr Angriffsdruck ihrer Mannschaft. Doch die Griechen, die nach dem Halbfinale einen Tag weniger Pause hatten, wirkten spritziger - und nutzten ihre zweite Einschussmöglichkeit konsequent zur Führung aus. Nach Angelos Basinas' Eckball war Charisteas per Kopf zur Stelle und markierte seinen dritten Turnier-Treffer. Dabei profitierte er noch von Ricardos Fehler, der viel zu spät aus seinem Kasten kam. Luiz Felipe Scolari reagierte nun auf die trostlose Darbietung seines Teams und brachte in Rui Costa einen neuen Ideengeber und später mit Nuno Gomez auch noch einen weiteren torgefährlichen Stürmer in die Begegnung. Und das Spiel wurde besser, weil nun die Portugiesen endlich aus ihrer Lethargie erwachten und ihre Chance suchten. Ronaldo (59.) und Figo (64.) fanden bei ihren Schüssen im starken Nikopolidis ihren Meister. In der portugiesischen Schlussoffensive hatten Ronaldo (75.) freistehend vor Nikopolidis und Ricardo Carvalho (81.) den Ausgleich auf dem Fuß, doch der bis dahin wenig geprüfte Keeper wurde immer mehr zum großen Rückhalt. Kurz vor Schluss rannte ein portugiesischer Fan auf den Platz, warf Figo die Fahne des FC Barcelona vor die Füße und legte sich dann ins Tornetz. Mit Figos letztem Schussversuch (90.) ging kurz danach aber auch Portugals letzte Chance vorbei.
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