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Jubel für Rudi - Pfiffe für die Kicker

Berlin (dpa) - 04.07.2004, 12:13 Uhr

Rudi Völler winkt während
Rudi Völler winkt während "Wetten dass...?" in der Waldbühne in Berlin ins Publikum.

Es gibt nur einen Rudi Völler, und als der unter dem Jubel von 20 000 Zuschauern bei «Wetten, dass. ..» die Berliner Waldbühne betrat, war es, als hätte es das blamable EM-Aus der deutschen Kicker und den anschließenden Rücktritt von «Rudi Nazionale» nie gegeben.

Das Publikum erhob sich, sang zur Begrüßung die Fan-Hymne («Es gibt nur ein' Rudi Völler») und feierte den 44 Jahre alten Ex-Teamchef bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit dem Rückzug, als sei Deutschland gerade Europameister geworden.

Dem vom emotionalen Empfang überwältigten Völler - noch immer im EM-Outfit: roséfarbenes Hemd mit offenem Kragen, dunkler Anzug und braune Schuhe - standen die Tränen in den Augen. Doch wer darauf gehofft hatte, dass seinem Augenzwinkern der Rücktritt vom Rücktritt folgen würde, hatte sich geirrt. «Rudi, mach' weiter», rief ein Fan. Völler, der eingerahmt vom langbeinigen Model Nadja Auermann und Basketball-Hüne Dirk Nowitzki auf dem Sofa Platz genommen hatte, ließ sich aber nicht erweichen.

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Als Talkmaster Thomas Gottschalk ihn fragte, ob er angesichts der schier ausweglos erscheinenden Bundestrainer-Suche nun doch weitermache und Nowitzki dazu laut Beifall klatschte, blieb Völler unbeeindruckt: «Wir haben uns alle ein bisschen darauf verlassen, dass Ottmar Hitzfeld es macht. Aber wir haben ja noch den Otto Rehhagel», meinte Völler, der inzwischen «Griechenland-Fan» geworden ist und sich das EM-Finale gegen Portugal zu Hause «in aller Ruhe» mit der Familie anschauen wollte.

Der Sportsmann war nicht zu Gottschalk gekommen, um schmutzige Wäsche zu waschen. Erneut nahm er seine Mannschaft in Schutz, auch wenn er für seine Beteuerung «Die Jungs haben alles versucht, dafür lege ich meine Hand ins Feuer» gellende Pfiffe erntete. Von einem Wetteinsatz und unangenehmen Fragen blieb Völler bei Gottschalk unbehelligt, schließlich hatte der beliebteste deutsche Samstagabend-Unterhalter mangelnden Fußball-Verstand schon vor der Sendung eingeräumt: «Er kommt zu mir, weil er vor Fachfragen sicher ist.»

Immerhin sorgte der Soft-Talker für einen umjubelten Gag: «Du kämpfst mit Harald Schmidt ja um den Preis für den besten Rücktritt des Jahres», sagte Gottschalk. «Glaubt Du, dass Mayer-Vorfelder Dir noch den Rang ablaufen könnte?» Doch selbst für den in der Kritik stehenden DFB-Präsidenten legte Völler vor 11,65 Millionen Fernsehzuschauern ein gutes Wort ein: «Das ist jetzt teilweise auch ein bisschen ungerecht. Er hat wirklich mit allen Mitteln versucht, mich zurückzuhalten. Er hat versucht, für den deutschen Fußball alles zu tun.»


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