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Merk und Rehhagel: Zwei «Lauterer» im EM-Finale

Porto (dpa) - 02.07.2004, 14:36 Uhr

Markus Merk mit seinen Schiedsrichterassisten Jan-Hendrik Salver (l) und Christian Schräer.
Markus Merk mit seinen Schiedsrichterassisten Jan-Hendrik Salver (l) und Christian Schräer.
 
 

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Markus Merk saß mit seinen im EM- Turnier verbliebenen Schiedsrichter-Kollegen bei Griechenlands Coup gegen Tschechien auf der Tribüne des «Drachen-Stadions» von Porto.

Wie beim ersten Halbfinale Portugal - Niederlande schnupperte der Zahnarzt aus Kaiserslautern nach eigenen Worten «schon mal Atmosphäre» für seinen großen Auftritt. Denn dann erlebt der 42-jährige Referee mit der Leitung des EM-Finales zwischen Portugal und dem Sensationsteam Griechenlands den absoluten Höhepunkt seiner Karriere - und ein Wiedersehen der ganz besonderen Art.

Mit Markus Merk und Griechenlands Trainer Otto Rehhagel stehen nach dem blamablen Vorrunden-K.o. der deutschen Mannschaft zwei Deutsche im EM-Endspiel. In Kaiserslautern, wo Merk einen Steinwurf vom Betzenberg entfernt seine Zahnarztpraxis führt, liefen sie sich einst öfter über den Weg. Für die Partie im «Estadio da Luz» eine brisante Konstellation, die der frühere Trainer des 1. FC Kaiserslautern so sieht: «Ich kenne Markus Merk, seit er 15 Jahre alt war. Er ist ein exzellenter Schiedsrichter geworden und wird wie immer korrekt pfeifen.»

 

Den Verdacht einer eventuellen landsmannschaftlichen Bevorteilung zerstreute der 65-jährige Trainer mit einem Schmunzeln. Rehhagel: «Er war zu mir immer besonders streng und hat mich in der Bundesliga auch schon ein Mal auf die Tribüne geschickt.» Auch Merk schiebt allen Sympathie-Vermutungen einen Riegel vor. «Ich leite Begegnungen, in denen 22 Spieler in farblich unterschiedlichen Trikots auf dem Platz stehen. Schon in meiner Jugend habe ich unzählige Spiele immer korrekt gepfiffen, in denen meine besten Freunde mitspielten. Wer so etwas unterstellt, kommt nicht aus dem Sport», sagte Merk.

Nicht verhehlen will der Hobby-Ausdauersportler, dass ein EM- Endspiel «schon exponierter ist». Merk: «Wenn der EM-Gastgeber spielt und auch sein Gegner aus einem südeuropäischen Land kommt, dann sind einfach Emotionen angesagt. Denn wer im Endspiel steht, will auch die letzte Stufe der Leiter erklimmen. Aber ich darf und will mich von äußeren Einflüssen nicht beeindrucken lassen.»

Natürlich ist er sich der «Schwere der Verantwortung» und der «Tragweite meiner Entscheidungen» bewusst. Ein Fall wie sein Schweizer Kollege Urs Meier, gegen den britische Boulevard-Blätter nach Englands K.o. gegen Portugal ein in Morddrohungen mündendes Kesseltreiben veranstalteten, und der zum eigenen Schutz aus dem Schiedsrichter-Hotel in Espinho auszog, will Merk nicht werden. «Das ist eine höchst unappetitliche Geschichte, die man keinem wünscht. Aber ich darf darüber nicht nachdenken, sondern muss im Kopf frei sein», sagte der Bundesliga-Rekordschiedsrichter.


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