Sie sind hier: Startseite > EM 2004 > News > Artikel

Jetzt  Neu! Der Fussball24-Newsreader

News-Feed
Was ist das?
 

 Impressum
 Datenschutzerklärung
 Sitemap
 
 

Rehhagel will EM-Titel: «Nichts ist unmöglich»

Porto (dpa) - 02.07.2004, 13:05 Uhr

Otto Rehhagel (l) und Stylianos Giannakoulos Freude strahlend nach dem Spiel.
Otto Rehhagel (l) und Stylianos Giannakoulos Freude strahlend nach dem Spiel.

Der hellenische Wahnsinn bei der EM geht weiter. Mit dem 1:0-Sieg im Halbfinale gegen Tschechien haben Otto Rehhagel und seine griechischen Fußball-«Götter» einen weiteren Meilenstein gesetzt und stehen im Finale gegen Gastgeber Portugal dicht vor dem Olymp.

Sechs Wochen vor den Olympischen Spielen in Athen stürzte das «Silver Goal» von Traianos Dellas (105.) ganz Griechenland erneut in einen kollektiven Freudentaumel. Mit ihrem unbeschreiblichen Parforceritt durch die portugiesischen Stadien schürten die Hellas-Fußballer auch die Vorfreude auf das olympische Spektakel, dem sie momentan noch die Show stehlen.

In der Vollmondnacht von Porto tanzten Tausende von griechischen Fans ebenso ausgelassen auf den Straßen wie in ganz Griechenland, wo die Nacht zum Tage gemacht wurde und Böllerschüsse und bengalische Feuer Athen «brennen» ließen. Griechenlands Gazetten überschlugen sich in ihren kaum noch zu steigernden Schlagzeilen. «Niemand kann den Otto-Express stoppen» («Adesmeftos»), «Weckt uns nicht!» («Espresso»), «Die Götter spielen verrückt» («Ethnos») oder «Wir verbeugen uns vor Euch. Wir holen den Pokal und treiben alle zum Wahnsinn» («Goal»). «In unseren Herzen haben Sie bereits die Europameisterschaft gewonnen», gratulierte Ministerpräsident Kostas Karamanlis, der zum Finale nach Lissabon einfliegen will, Rehhagel und seinen vergötterten Helden in einem Glückwunsch-Telegramm zu ihrer neuen herkulischen Meisterleistung.

Deutsche Nationalmannschaft DFB Nationalmannschaft Fanartikel

Nationalmannschaft Tickets bei Viagogo bestellen

Auch Fußball-«Kaiser» Franz Beckenbauer sparte in seiner Bewunderung des griechischen Wunders nicht mit Lob für seinen ehemaligen Cheftrainer beim FC Bayern München. «Die Griechen sind die Sensation des Turniers. Auch wenn ihr Stil nicht unbedingt attraktiv ist, so haben sie es dennoch verdient, im Finale zu stehen. Die Tschechen haben zwar die größeren Könner, aber die Griechen haben das gespielt, was sie können. Wenn sie es im Finale genau so machen, haben sie sogar eine Titelchance», meinte Beckenbauer anerkennend.

Der Vater des griechischen Heldenepos' ließ sich seine überschäumende Freude durch Kritik an der antiquierten, destruktiven Spielweise nicht nehmen. Rehhagel reckte triumphierend den Daumen in den Nachthimmel und meinte kurz und bündig: «Modern ist, wer gewinnt, und im Fußball gewinnt nicht immer der Beste.» Nach dem Schlusspfiff des italienischen Schiedsrichters Pierluigi Collina, der sein letztes Spiel bei einem großen Turnier leitete, war der 65-Jährige nicht mehr zu halten, tanzte wie ein Irrwisch auf dem Rasen und küsste jeden seiner siegreichen Protagonisten ab.


Diese waren ebenso fassungslos vor Freude. «Ich kann es nicht glauben, wir sind im Finale. Das ist der größte Moment in der Geschichte des griechischen Fußballs», stammelte der Bremer Stürmer Angelos Charisteas, und sein Mitspieler Stelios Giannakopoulos sagte mit strahlendem Lächeln: «Das ist ein brillanter Tag. Wir leben einen Traum, aus dem wir nicht mehr aufwachen wollen.»

Sie werden es wohl müssen, denn ihnen soll im Lissaboner «Estadio da Luz» das finale Licht aufgehen. An gleicher Stätte holte Rehhagel am 6. Mai 1992 mit Werder Bremen den Europacup der Pokalsieger. «Wir haben ein bisschen gefeiert und uns ein Glas Wein gegönnt, aber ab sofort beginnt die Vorbereitung auf das Endspiel», sagte «König» Otto, dem nur noch maximal 120 Minuten und eventuell ein Elfmeterschießen zur endgültigen Krönung seiner meisterlichen Karriere fehlen. «Jeder meiner Titel war jeweils ein Höhepunkt. Mit Griechenland Europameister zu werden, das wäre aber eine ganz besonders große Sache», gab Rehhagel zu.

Die Griechen wollen das letzte Kapitel ihres denkwürdigen «Märchens» (Rehhagel) in einem Finale mit zwei Premieren schreiben: In Portugal oder Griechenland wird sich eine neue Nation auf die Titelliste setzen, und erstmals ist das Endspiel identisch mit dem Eröffnungsspiel. Hellas träumt von der Wiederholung des 2:1 gegen den EM-Gastgeber. «Portugal ist zwar totaler Favorit, aber im Fußball ist nichts unmöglich», meinte Rehhagel. Sein «Koloss von Rhodos», der Siegtorschütze Dellas, taxiert die Chancen auf «50:50», denn «Portugal hat sich von dem Schock erholt und ist im Laufe des Turniers stärker geworden, wir aber auch».

Weitere Fussball-Nachrichten aus dem Archiv
02.07. 11:06 - Griechen im siebten Fußball-Himmel
01.07. 23:52 - Ganz Griechenland im siebten Fußball-Himmel
01.07. 23:25 - Sensation: Griechenland im EM-Finale
01.07. 13:35 - Rücktrittswelle der «verlorenen Generation»
01.07. 13:28 - EM-Gastgeber im Endspielfieber - Scolari bleibt Trainer
01.07. 09:22 - Portugal nach historischem Triumph im Freudentaumel
30.06. 23:08 - Portugal erstmals im EM-Finale
30.06. 21:01 - Morddrohungen gegen EM-Schiedsrichter Meier
30.06. 13:16 - Rehhagels Finaltraum im Trainerfuchs-Duell
30.06. 11:34 - Nationaltrainer Scolari hat Portugal im Griff
 
Alle älteren Artikel gibt's im News Archiv.
Fanartikel Deutschland Trikot DFB Pokal Karten Sky bestellen
Fan von Fussball24 auf Facebook werden
Fußball Newsletter - Informationen und Anmeldung
Das große Fußball 24 Forum
fussball-im-verein.de - Spieler, Funktionäre und Fans immer am Ball
Indoor-Soccer Plätze finden
...weitere Themen

Internetagentur bigidea.de | Eishockey | primera-division.com