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Portugal nach historischem Triumph im Freudentaumel

Lissabon (dpa) - 01.07.2004, 09:22 Uhr

Portugiesische Fußballfans feiern ihre Mannschaft bis tief in die Nacht.
Portugiesische Fußballfans feiern ihre Mannschaft bis tief in die Nacht.

Ein historischer Triumph von Portugals Fußball-Helden hat einen kollektiven Freudentaumel im EM-Gastgeberland ausgelöst.

Mit dem 2:1 (1:0)-Halbfinalerfolg über die Niederlande zog die Mannschaft von Trainer Luis Felipe Scolari zum ersten Mal ins Finale einen großen Turniers ein und gab mit dem hoch verdienten Sieg den Startschuss für eine rauschende Siegesparty.

Das Team um Kapitän Luis Figo hatte mit einer titelreifen Leistung das Halbfinal-Trauma der EM-Gastgeber besiegt und erreichte als erste Heimmannschaft seit 20 Jahren das Endspiel. Gegner ist der der Sieger des zweiten Vorschlussrundenspiel zwischen Tschechien und den von Otto Rehhagel trainierten Griechen, das in Porto stattfindet.

In Lissabon herrschte der Ausnahmezustand, als Zehntausende in der Innenstadt die «selecao» feierten. Hupkonzerte, Trommeln und Trompeten legten über Portugals Hauptstadt eine ohrenbetäubenden Lärmkulisse. Auf der Avenida zwischen den zentralen Plätzen Marques do Pombal und Rossio bejubelten unzählige Menschen mit Freudentänzen und Gesängen den Endspieleinzug.

Bis weit in die Nacht war das portugiesische Fernsehen live dabei, und immer wieder wurden die Tore von Christiano Ronaldo (26. Minute) und Maniche (58.) gezeigt, der Gegentreffer der enttäuschenden Holländer durch ein Eigentor von Jorge Andrade (63.) aber nicht verschwiegen.


«Wir haben ein Super-Team, unsere Spieler und die Nation dürfen stolz sein. Dieses Spiel geht in die Geschichte ein», freute sich der überglückliche Scolari, der vor zwei Jahren mit Brasilien Weltmeister geworden war. Nach der Partie nahm der 55-Jährige das Angebot des Verbandes an und verlängerte seinen Vertrag um zwei Jahre bis zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Das Oranje-Team, das seinen zweiten Finaleinzug nach 1988 verpasste, hat keine Zukunft mehr. Trainer Dick Advocaat wird wohl in der kommenden Woche seinen Rücktritt erklären. Ein halbes Dutzend Spieler, darunter Jaap Stam, Marc Overmars, Pierre van Hoojdonk oder Paul Bosvelt werden dem Bondscoach folgen.

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