Portugal erstmals im EM-Finale
Lissabon (dpa) - 30.06.2004, 23:08 Uhr
Die portugiesischen Spieler umringen jubelnd ihren Trainer Luiz Felipe Scolari.
Mit Zauber-Fußball und Traumtoren hat Portugal den Halbfinal-Fluch der EM-Gastgeber besiegt und erstmals das Endspiel einer Europameisterschaft erreicht. Treffer von Cristiano Ronaldo (26.) und Maniche (58.) zum 2:1 (1:0) gegen die Niederlande krönten im Halbfinale von Lissabon eine titelreife Vorstellung der Portugiesen, die als erste Heimmannschaft seit 20 Jahren in ein EM-Finale einzogen. Dort trifft das Team von Trainer Luis Felipe Scolari auf den Gewinner des Duells zwischen den von Otto Rehhagel trainierten Griechen und Tschechien. Vor 46 679 Zuschauern im Estadio Jose Alvalade konnte das Eigentor von Jorge Andrade (63.) zum 2:1 den Jubel der Hausherren, die sich auf eine rauschende Siegesparty bis in den frühen Morgen einstellten, nicht trüben. «Wir haben ein Super-Team, unsere Spieler und die Nation dürfen stolz sein. Dieses Spiel geht in die Geschichte ein», freute sich der überglückliche Scolari, der vor zwei Jahren mit Brasilien Weltmeister geworden war. Für den in Weltklasse-Form auftrumpfenden Luis Figo war es «eine außergewöhnliche Leistung der Mannschaft». «Es fällt mir schwer, meine Emotionen auszudrücken», sagte der Star von Real Madrid. Beflügelt von der großen Kulisse demonstrierten die Portugiesen ihr spielerisches Potenzial. Einziges Manko einer überragenden Darbietung der Hausherren war die schwache Chancenverwertung, wobei sich vor allem Pauleta hervortat.
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Während die Gastgeber stets den direkten Weg zum Tor suchten und sich Gelegenheiten zuhauf erspielten, brauchten die im Schnitt 29,9 Jahre alten Niederländer zu viele Stationen, um den Ball nach vorne zu tragen. Als Totalausfall im Team von Bondscoach Dick Advocaat, das seinen zweiten Final-Einzug nach 1988 verpasste, entpuppte sich Clarence Seedorf, der seinem Team im Mittelfeld keine Impulse geben konnte. Die Furcht der Gastgeber vor «Tormaschine» Ruud van Nistelrooy erwies sich als unbegründet. Der im Turnier schon vier Mal erfolgreiche Angreifer von Manchester United konnte sich einen Tag vor seinem 28. Geburtstag der Bewachung durch Andrade nicht entziehen. «Van the Man» machte erstmals in der 39. Minute auf sich aufmerksam, als der schwedische Schiedsrichter Anders Frisk seinem Treffer wegen Abseitsstellung die Anerkennung verweigerte. Da sich auch der hoch gelobte Arjen Robben auf der linken Seite in Zweikämpfen aufrieb und praktisch wirkungslos blieb, fehlte der Offensive der «Oranje»-Auswahl das kreative Element. |