EM beschert UEFA Rekordeinnahmen
Nyon/Hamburg (dpa) - 31.05.2004, 14:21 Uhr
Das offizielle Maskottchen Kinas posiert neben einem Plakat in Lissabon.
Rekordeinnahme für die Europäische Fußball- Union (UEFA), Rekordprämien für die Teilnehmer: Die Fußball- Europameisterschaft in Portugal wird zum lohnenden Geschäft für alle Beteiligten. Zwei Wochen vor dem Eröffnungsspiel bezifferte die UEFA in einer Pressemitteilung die erwarteten Gesamterlöse aus TV-Einnahmen, Sponsorengelder und Marketing-Erträge mit 817 Millionen Euro. Die 16 EM-Starter kassieren ein Gesamtpreisgeld von 130,8 Millionen Euro und damit deutlich mehr als bei der EURO 2000 in Belgien und den Niederlanden, als «nur» 77 Millionen Euro ausgeschüttet wurden. Allein schon für die erfolgreiche Qualifikation erhält der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wie jeder Mit-Konkurrent 4,9 Millionen Euro, 56 Prozent mehr als vor vier Jahren. Die weiteren Prämien sind an Erfolge gekoppelt. Jeder Gruppensieg wird mit 654000 Euro belohnt, jedes Unentschieden mit der Hälfte. Der Einzug ins Viertelfinale bringt knapp 2 Millionen Euro, für das Erreichen des Halbfinals gibt es weitere 2,6 Millionen Euro. 6,5 Millionen Euro streicht der neue Europameister ein, 3,9 Millionen Euro bekommt der unterlegene Finalist. Sollte die deutsche Mannschaft alle Gruppenspiele und den EM-Titel gewinnen, würde der Siegeszug mit 18 Millionen Euro fürstlich belohnt werden. Vor vier Jahren betrug das Maximum- Preisgeld rund die Hälfte (9,4 Millionen Euro).
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Der EM-Etat des DFB ist allerdings schon mit der Qualifikation zum Großteil gedeckt. Auf rund 6 Millionen Euro beziffert DFB-Direktor Bernd Pfaff die voraussichtlichen Verbands-Unkosten für Reisen, Unterkünfte, Abstellgebühren, Versicherungen, Honorare und Prämien. 100 000 Euro würde jeder Spieler im Fall des Titelgewinns erhalten, 70 000 Euro gibt es für die Endspielteilnahme. 60 000 Euro werden pro Mann beim Erreichen der Vorschlussrunde ausgezahlt, 35 000 für das Viertelfinale. Nur bei einem Vorrunden-Aus gehen die Spieler, Teamchef Rudi Völler sowie der Trainer- und Betreuerstab leer aus. Die UEFA hingegen rechnet in jedem Fall mit einem dicken Plus. Die erwarteten Organisations-Kosten benennt der Dachverband, der erstmals eine EM in einem «Joint Venture» mit dem Fußball-Verband des Gastgeberlandes ausrichtet, mit 230 Millionen Euro. Weitere 130 bis 200 Millionen Euro werden bei einer Bank zur Deckung der eigenen Kosten bis zur EM 2008 in Österreich und der Schweiz hinterlegt. Aus diesem Topf will die UEFA vor allem Nachwuchs- und Frauen-Turniere bestreiten, die sich nicht selbst finanzieren. Weitere 260 Millionen Euro werden im so genannten «HatTrick-Programm» in den kommenden vier Jahren ausgeschüttet. Aus dieser Initiative werden unter anderem Ausbildungsprogramme und Baukosten für Kleinfeld-Anlagen in allen 52 Mitgliedsverbänden der UEFA subventioniert.
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