Popp liebt den «Turbo» - Frauen-WM 2011 das Ziel
Augsburg (dpa) - 21.07.2010, 14:22 Uhr
Alexandra Popp (r) erzielte gegen Frankreich ihre WM-Tore vier bis sechs.
Drei Spiele, sechs Tore - Alexandra Popp ist bei der U 20-Weltmeisterschaft der Frauen schon jetzt ein Star und der Schrecken aller Torhüterinnen. Mit ihrem Dreierpack beim 4:1 gegen Frankreich schoss die 19-Jährige vom Fußball-Bundesligisten FCR Duisburg die DFB-Auswahl in Augsburg fast im Alleingang zum Gruppensieg, zuvor traf sie zweimal beim 4:2 gegen Costa Rica und beim 3:1 gegen Kolumbien. «Ich liebe es, den Turbo einzuschalten und nach vorn zu gehen», sagt das in Witten geborene Ausnahmetalent. In den vergangenen Jahren gelang «Poppi» eine Traumkarriere. Über ihren Heimatverein FC Silschede (Gevelsberg) und den Verbandsligisten 1. FFC Recklinghausen stieß sie 2008 zum FCR Duisburg. Die Verpflichtung erwies sich als Volltreffer. Popp erkämpfte sich schnell einen Stammplatz, gewann mit dem FCR schon zweimal den DFB- Pokal und 2009 den UEFA-Cup. 2008 holte sie mit der deutschen U 17 den EM-Titel. «Der Wechsel in die Bundesliga war für mich wie ein Sprung in den Himmel. Bei meiner ersten Einwechslung hatte ich schlottrige Knie», gibt Popp zu, die seit 2009 beim FCR aus der Not heraus als Linksverteidigerin eingesetzt wird.
Schnell folgte die nächste Stufe auf der Karriereleiter. Im Februar debütierte die athletische und schussstarke Allrounderin gegen Nordkorea in der A-Nationalelf, hat bei Silvia Neid inzwischen sechs Länderspiele (zwei Tore) absolviert. Wie U 20-Trainerin Maren Meinert setzt auch Bundestrainerin Neid auf Popps Offensiv-Stärken. «Im Moment sehe ich sie bei uns mehr vorn. In der Abwehr hat sie manchmal noch Probleme im Stellungsspiel. In der Bundesliga reicht das, aber international sehe ich sie dort nicht», sagt Neid. Popp wuchs mit dem Fußball auf. Bei ihrem Heimatclub in Silschede kickte sie bis zum Alter von 14 Jahren nur mit Jungs, und stellte alle in den Schatten. Als sie älter wurde, drohte sie mit Karriereende: «Ich wollte aufhören, als ich zu den Mädchen sollte. In der Zeit war ich echt schwierig.» Zum Glück blieb sie dem Fußball erhalten. Jetzt will sie mit der U 20-Auswahl den WM-Titel und womöglich die Torjägerkrone holen. Das nächste große Ziel ist die Frauen-WM 2011: «Dann dabei zu sein, wäre natürlich ein Traum.»
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