Augsburg (dpa) - 19.07.2010, 12:40 Uhr
Das Viertelfinale ist schon erreicht, doch für die deutschen Fußballerinnen ist das letzten Gruppenspiel bei der U 20-Weltmeisterschaft gegen Frankreich mehr als ein Schaulaufen.
«Wir sind als Erster hierher gekommen. Ganz klar, wir wollen das Spiel gewinnen und Gruppensieger werden», sagte DFB-Trainerin Maren Meinert vor der Partie am 20 Juli im mit 26 000 Zuschauern ausverkauften WM-Stadion von Augsburg. «Vor so vielen Fans zu spielen, ist neu, aufregend und wunderschön für uns. Ich kenne solche Kulissen ja schon von den Frauen-Länderspielen, aber ich hätten mir nicht träumen lassen, dass so etwas überhaupt im Frauenfußball möglich ist», sagte die Weltmeisterin von 2003.
Nach dem Auftritt der DFB-Elf, der ein Unentschieden zum Gruppensieg reicht, entscheidet sich, gegen wen die Meinert-Elf in der ersten K.o.-Runde antreten muss. Als Gruppen-Erster träfe das Team in Bochum auf den Zweiten der Gruppe B, als Zweiter in Bielefeld auf den Sieger dieser Gruppe, die von den starken Nordkoreanerinnen (6 Punkte) angeführt wird. Nordkorea genügt im Duell mit Schweden (4) am Dienstag in Augsburg (14.30) ebenfalls ein Remis, um den Gruppensieg einzufahren. Brasilien (1) ist selbst bei einem Sieg gegen Neuseeland in Dresden auf die Schützenhilfe Nordkoreas angewiesen, um noch an Schweden vorbeizuziehen.
«Egal, wer danach kommt, wir hauen alle weg», kündigte DFB- Spielführerin Dzsenifer Marozsan nach zwei Siegen gegen Costa Rica (4:2) und Kolumbien (3:1) vollmundig an. Die für den 1. FFF Frankfurt spielende 18-Jährige ist die zweitjüngste Spielerin im DFB-Kader, aber mit der Nummer 10 auf dem Rücken zieht sie die Fäden. «Es macht definitiv Spaß, wenn der Ball läuft. Wenn wir mal richtig im Spiel sind, dann wird es richtig schwierig für jeden Gegner». Die Französinnen, vor zwei Jahren in Chile WM-Vierte, lassen sich von den forschen Sprüchen der Deutschen nicht beeindrucken. «Wir haben unseren eigenen Stil», sagt die schnelle Stürmerin Marina Makanza, die bisher alle drei Turniertore der Französinnen erzielte.
Stefanie Mirlach, einzige Spielerin eines bayerischen Clubs im deutschen Aufgebot, hat keine gute Erfahrungen mit Frankreich. Mit dem FC Bayern München scheiterte die Abwehrspielern in der Champions League am HSC Montpellier, der drei Akteurinnen für die «Equipe Tricolore» abgestellt hat. Zudem verlor die deutsche U 19 im EM- Halbfinale vor wenigen Wochen in Mazedonien unglücklich im Elfmeterschießen gegen den späteren Europameister Frankreich. Da ist noch eine Rechnung offen, und Mirlach freut sich auf ihre Heimspiel: «Von mir sind viele Freunde und Verwandte im Stadion», sagte die Ingolstädterin: «Das ist zusätzliche Motivation.»