Neid plädiert für Kollege Löw: «Macht tollen Job»
Bochum (dpa) - 16.07.2010, 16:14 Uhr
Bundestrainerin Silvia Neid (Foto von 2009) beobachtet bei der U-20-WM der Frauen die Konkurrenz.
Frauen-Bundestrainerin Silvia Neid hat sich eindeutig dafür ausgesprochen, dass ihr Kollege Joachim Löw seine erfolgreiche Arbeit beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) fortsetzt. «Er hat eine klare Philosophie und macht einen klasse Job. Ich sehe keinen Grund, warum er aufhören sollte», sagte Neid der Nachrichtenagentur dpa in Bochum. «In der Mannschaft ist eine klare Entwicklung zu erkennen. Ich finde es gut, dass Jogi Löw viele junge Spieler integriert hat. Und die Elf hat bei der WM in Südafrika ja auch tolle Leistungen geboten», betonte Neid, die die deutschen Frauen als Cheftrainerin zum WM-Titel (2007) und zum EM-Gewinn (2009) führte. Löw hat sich nach der WM in Südafrika noch nicht zu seiner Zukunft geäußert. Neid ist derzeit bei den Spielen der U 20-Weltmeisterschaft der Frauen als «Spionin» für U 20-Trainerin Maren Meinert unterwegs und tauscht sich mit ihrer Kollegin regelmäßig aus. «Wir haben sehr engen Kontakt», sagte Neid. Meinerts Nachwuchsteam traut sie bei der Heim-WM in Bochum, Augsburg, Dresden und Bielefeld das Halbfinale zu. «Und wenn du erstmal im Halbfinale bist, ist alles möglich. Auch der Titel. Aber man braucht nur einen schlechten Tag und dann ist man weg», sagte die 46-Jährige, die auch England, Japan, Nordkorea und die USA zu den Favoriten zählt.
Das Eröffnungsspiel in Bochum, das die DFB-Elf mit 4:2 gegen Costa Rica gewann, hat bei Neid bereits Vorfreude auf die Frauen-WM im kommenden Sommer in Deutschland geweckt. «Unser Präsident Theo Zwanziger saß neben mir und ich habe zu ihm gesagt: Von mir aus könnte die WM jetzt schon losgehen. Das Stadion war voll und es herrschte eine tolle Atmosphäre.» Bei der Beobachtung der anderen Teams gilt Neids besonderes Augenmerk den Spielerinnen, die vielleicht auch im nächsten Jahr bei der Frauen-WM zu sehen sind. Natürlich schaut sie sich alle deutschen Partien und mögliche Kandidatinnen für die A-Elf an. «Da warte ich aber noch ab. Bisher ist noch niemand herausgestochen.» Besondere Leistungen und großes Engagement erwartet Neid vor allem von ihren drei A-Nationalspielerinnen im U 20-Team, Bianca Schmidt (Potsdam), Alexandra Popp (Duisburg) und Kim Kulig (Hamburg). «Für sie ist es toll, so eine Heim-WM zu erleben. Ich denke, sie spüren auch Druck, weil sie sich beweisen und Verantwortung übernehmen wollen. Von den Dreien erwarte ich schon einiges. Sie sollen vorangehen», sagte Neid.
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