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Birgit Prinz: «An uns kommt 2011 keiner vorbei»

Frankfurt/Main (dpa) - 16.07.2010, 13:24 Uhr

Birgit Prinz ist das Aushängeschild des deutschen Frauenfußballs.
Birgit Prinz ist das Aushängeschild des deutschen Frauenfußballs.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika und die Begeisterung hierzulande schüren auch bei Birgit Prinz die Vorfreude auf das weibliche Pendant 2011 in Deutschland.

«Im Prinzip sind die Deutschen sehr offen, Fußballfeste zu feiern. Das könnte uns durchaus entgegenkommen», sagte die höchstdekorierte Fußballerin der Welt der Nachrichtenagentur dpa bei einem Gespräch in Frankfurt/Main. Als Herausgeberin eines WM-Buches war die Frankfurterin zumindest indirekt an den couragierten Auftritten von Philipp Lahm & Co beteiligt.

Wie groß der Hype wird, kann Birgit Prinz schwer einschätzen. Aber: «Es wird kaum jemand schaffen, an der WM vorbeizukommen, so viel Medienpräsenz werden wir haben.» Ein «sehr gutes Zeichen» sei auch, wie gut die Spiele bei der zurzeit laufenden U-20-WM der Frauen ankommen. Für die Vollblutstürmerin ohne Starallüren soll die WM im eigenen Land zum letzten Höhepunkt der unvergleichlichen Karriere werden. Wie es national bei ihr weitergeht, ist noch nicht entschieden. Prinz: «Hundertprozentig steht das noch nicht fest.»

Im Juli 1994 gegen Kanada bestritt sie ihr erstes Länderspiel. Bis heute kommt die Rekord-Nationalspielerin auf 205. Und auf 126 Tore. Titel heimste sie ein wie keine Zweite: Zwei WM-, fünf EM-Titel, zweimal Bronze bei Olympischen Spielen, dazu gewann sie mit Rekordchampion 1. FFC Frankfurt dreimal den UEFA-Cup. Neun nationale Meisterschaften und Pokalsiege runden die Bilanz ab. 2003, 2004 und 2005 wurde sie zur Weltfußballerin gewählt. In Deutschland kürte man sie sogar achtmal zur besten Spielerin.

Ein Nationalteam ohne Spielführerin Prinz ist kaum vorstellbar. «Aber es kommen ja sehr, sehr gute Spielerinnen nach, insofern muss einem da nicht angst und bange sein», sagte sie. «Wir haben insgesamt einen sehr, sehr guten Nachwuchs. Auch bei der U-20-WM wird sich zeigen, dass der deutsche Nachwuchs immer in der Welt- und europäischen Spitze dabei ist.» Dasselbe gelte für die «Großen». «Bei Europameisterschaften ist es ja schon enttäuschend, wenn die Deutschen nicht gewinnen, alles andere ist ja fast schon schlecht.»


Der Favoritenrolle für das kommende Jahr ist sich Prinz bewusst. «Wir sind amtierender Europameister, amtierender Weltmeister, wir haben die WM im eigenen Land. Etwas anderes zu behaupten, würde mir eh keiner glauben.» Aber die 1,79 Meter große Angreiferin warnt: «Das wird kein Selbstläufer. Das heißt nicht, dass wir ganz locker zum dritten Mal Weltmeister werden. Wir haben eine gute Truppe, wir wollen vorne mitspielen. Man hat bei der Männer-WM gesehen, wie schnell manche auf dem Boden der Tatsachen angekommen sind.»

Die sehr ernste und extrem bodenständige Birgit Prinz, die nie Rampenlicht und Blitzlichtgewitter gesucht hat, schaut stets über den Tellerrand des Fußballs hinaus. Als Physiotherapeutin betreut sie nach wie vor Athleten am Olympia-Stützpunkt, und in diesen Tagen schließt sie ihr Psychologie-Studium an der Frankfurter Goethe-Uni ab. «Ich denke, es ist nicht ganz selbstverständlich, das neben dem Training koordiniert zu kriegen. Aber es hat mir einfach Spaß gemacht. Ich wollte gern an einer Uni studieren und nicht irgendein Fernstudium machen. Von daher hab ich mir auch Wünsche erfüllt, wie ich gern mein Leben leben möchte», sagte Prinz. «Zur Note sage ich nichts. Durch bin ich nächste Woche Donnerstag. Drei Kreuze.»

In der knappen Freizeit spielt sie gern Tennis, auch mit dem Mountain-Bike ist sie viel unterwegs. Ob Golf für die Zeit nach der Karriere infrage kommt? «Ganz ehrlich: Da kauf ich mir lieber einen Hund und geh mit dem spazieren, als über den Golfplatz zu dackeln.»

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