DFB-Frauen haben EM-Qualifikation fast in der Tasche
Oldenburg (dpa) - 29.04.2004, 13:52 Uhr
Die Ukrainerin Vira Dyatel (r) hält die Deutsche Kerstin Garefrekes am Trikot fest.
Die Qualifikation für die Europameisterschaft 2005 in England ist nur noch Formsache, doch in der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft tobt bereits der Kampf um die 18 Olympia-Fahrkarten. «Das wird eine harte Auslese, vor allem im Sturm. Das wissen aber auch alle», sagte Spielführerin Birgit Prinz nach dem mühelosen 6:0 (4:0)-Sieg gegen die Ukraine in Oldenburg. Dass die in ihrer Gruppe nach sechs Siegen souverän führenden Weltmeisterinnen bereits am 2. Mai in Livingston gegen Schottland den fehlenden Punkt holen, bezweifelt nach dem Spiel vor 13 857 Fans im Marschweg-Stadion niemand. «Wir treten in Schottland mit der selben Einstellung an. Wir wollen gewinnen und uns als Titelverteidiger vorzeitig qualifizieren», betonte Bundestrainerin Tina Theune-Meyer. Selbst die niederländische Trainerin Schottlands räumt ein, dass es gegen die DFB-Elf nur um Schadensbegrenzung geht. «Das optimistische Ziel ist eine Niederlage mit nicht zu vielen Gegentoren», meinte Vera Pauw.
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Nach dürftigen Leistungen beim 0:1 gegen China und dem 1:0 gegen Italien zeigte die DFB-Elf wieder Spielfreude und strahlte Torgefahr aus. «Wir sind einen Schritt weiter», lobte Theune-Meyer die gute Raumaufteilung, das Flügelspiel und die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. Man dürfe aber nicht vergessen, dass die Ukraine «kein Weltklassegegner» sei. Als Beleg dienen die haarsträubenden Fehler der Torfrau Irina Zwaritsch, die sich für ihren russischen Club Energie Woronesch als Feldspielerin verdingt, wie der ukrainische Chefcoach Nicolai Litwin einräumte. So fielen die Tore von Prinz (2./72.), Isabell Bachor (31.) Sandra Minnert (40.), Sandra Smisek (45.) und Petra Wimbersky (69.) wie am Fließband. Wenige Monate vor den Olympischen Spielen ist die wahre Stärke dennoch schwer zu beurteilen. «Wir wissen nicht genau, wo wir stehen. Aber das müssen wir auch noch nicht», meinte Prinz, die für Athen ebenso gesetzt ist wie viele ihrer WM-Kolleginnen. Die von ihrem Kreuzbandriss genesene Steffi Jones wurde noch geschont, ist aber für Olympia ebenso eingeplant wie Stefanie Gottschlich (Innenbandriss im Knie) oder die noch verletzten Renate Lingor und Pia Wunderlich. Viola Odebrecht (Bänderdehnung) erhält am Sonntag eine neue Chance. Für Talente wie Bachor, Sarah Günther oder Britta Carlson wird es schwer, auf den Olympia-Zug zu springen, obwohl sie überzeugten. «Sie haben ihre Sache gut gemacht», lobte Theune-Meyer. Die Partie in Schottland ist aus Termingründen das letzte offizielle Länderspiel vor der Olympia-Nominierung Mitte Juli. Bis dahin kann Theune-Meyer ihre Kandidatinnen nur noch gegen eine Weltauswahl am 20. Mai in Paris, in Bundesliga, DFB-Pokal und UEFA-Cup sowie in zwei Olympia-Lehrgängen unter die Lupe nehmen. «Das ist nicht ideal, aber auch kein großes Problem.»
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