Erst 30 Minuten vor dem Spiel hatte sich Trainer-Fuchs Bernd Schröder, der Turbine seit 39 Jahre betreut, entschieden, auf Anna Felicitas Sarholz zu vertrauen, die schon im Halbfinale gegen den FCR Duisburg drei Elfmeter gehalten hatte. Die Jüngste des Teams konnte sich auch gleich auszeichnen, als sie einen Schuss von Amandine Henry gedankenschnell parierte (25.). Der dreifache französische Meister Olympique, der nur dank eines Entscheids des Sportgerichtshofes CAS im Wettbewerb verblieben war, nachdem im Achtelfinale gegen Fortuna Hjörring Neuverpflichtungen unberechtigt eingesetzt wurden, beeindruckte auch zum Beginn der zweiten Halbzeit die Potsdamer Damen. Vor allem die groß gewachsene Wendie Renard sorgte mit ihrem Kopfbällen für Gefahr vor dem Turbine- Gehäuse und forderte U19-Nationalspielerin Sarholz zur Hergabe ihres ganzen Könnens. Nach gut einer Stunde zeigte die Halbzeit-Standpauke von Trainer Schröder in der Kabine endlich Wirkung, Potsdam verstärkte seine Angriffsbemühungen und kam zu Chancen. Die überragende Nationalspielerin Fatmire Bajramaj, über die fast alle Angriffe liefen, tankte sich im Torraum gut durch, doch Tabea Kemme setzte ihre Eingabe frei stehend aus fünf Metern über den Kasten (61.). Acht Minuten vor dem Ende verpasste die eingewechselte Yuki Nagasato den Führungstreffer, Anja Mittag donnerte eine Minute später den Ball nach schöner Einzelleistung aus 15 Metern an den Pfosten. Auch in der Verlängerung hatten Mittag und Isabel Kerschowski die Entscheidung auf dem Fuß, scheiterten aber an Lyons Keeperin Sarah Bouaddi. «Dieses Finale wird durch das Wort Champions League geadelt. Da kannst du dich als Mannschaft unsterblich machen», hatte Schröder schon bei der Pressekonferenz gesagt und damit seine Genugtuung über die Aufwertung des Frauen-Fußballs zum Ausdruck gebracht. 2005 hatte er mit Turbine bereits den UEFA-Pokal, den Vorgänger der Champions League, nach Potsdam geholt. Auch UEFA-Präsident Michel Platini und DFB-Präsident Theo Zwanziger zeigten sich im Stadion angetan von den spielerischen Qualitäten beider Teams.
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