Madrid/Potsdam (dpa) - 18.05.2010, 13:36 Uhr
Dem nationalen Titel soll die europäische Fußball-Krone folgen: Der deutsche Frauen-Meister Turbine Potsdam greift am 20. Mai im spanischen Getafe gegen Olympique Lyon nach dem Champions-League-Pokal.
«Das Gewicht dieses Endspiels ist sehr groß. Alle Welt wird dieses Finale sehen», sagte Turbine-Coach Bernd Schröder und richtete einen flammenden Appell an seine Schützlinge: «Wir wissen, dass wir europäische Spitze sind. Aber es geht auch darum, wie wir uns präsentieren. Mit einem Sieg wären wir in den fast 40 Jahren des Bestehens von Turbine Potsdam endlich mal ganz oben.»
Die Potsdamerinnen, die bereits im 23 Grad warmen Madrid landeten, fiebern dem erstmals ausgetragenen Champions- League-Finale der Frauen entgegen. «Ich freue mich sehr darauf. Es könnte jetzt schon los gehen», meinte Nationalstürmerin Anja Mittag. «Wir haben schon einige Informationen über Lyon bekommen. Ein Video werden wir uns noch anschauen.» Am besten dürfte Nationalspielerin Fatmire Bajramaj den Gegner kennen: Mit dem FCR Duisburg schaltete die Stürmerin Lyon in der vorigen Saison im UEFA-Cup-Halbfinale aus.
Turbine hat in den vergangenen Jahren auf europäischer Bühne schon einen glänzenden Eindruck hinterlassen. 2005 gewannen die Brandenburgerinnen den UEFA-Cup der Frauen in zwei Finalspielen gegen Djurgarden Stockholm. 2006 griff Potsdam ein zweites Mal nach der Trophäe, unterlag aber dem 1. FFC Frankfurt in beiden Final- Begegnungen. Bei den acht Auflagen des Wettbewerbs hatten fünfmal deutsche Teams die Nase vorn.
«Mit dem UEFA-Pokal-Sieg von 2005 kann man das nicht vergleichen», betonte Schröder indes. «Das ist jetzt ein Endspiel auf neutralem Platz. UEFA-Präsident Michael Platini und andere Prominente, die den Frauenfußball im Fokus haben, werden da sein. Das ist eine feine Sache.»