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Rekord-Premiere in Köln - Duisburg feiert Cup-Sieg

Köln (dpa) - 16.05.2010, 13:31 Uhr

Die Duisburgerin Annike Krahn küsst den DFB-Pokal.
Die Duisburgerin Annike Krahn küsst den DFB-Pokal.

Ein Finale, viele Gewinner - nach der gelungenen Pokal-Premiere in Köln mit dem dritten Coup des FCR Duisburg war nicht nur Siegtorschützin Annike Krahn in Partylaune.

Während die Weltmeisterin die elf Kilogramm schwere neue Silbertrophäe hoch wuchtete und mit ihrem Team und auf die Ehrenrunde ging, feierten 26 282 Frauenfußball-Fans im RheinEnergieStadion den tapferen und keineswegs traurigen Finalisten FF USV Jena - und Köln als neues «Frauenfußball-Mekka».

«Ich wusste ja, dass die Kölner fußballverrückt sind. Aber diese Stimmung war einfach grandios», schwärmte DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg. «Ich bin glücklich, dass wir auch noch den Zuschauerrekord geknackt haben.» Nie zuvor kamen in Europa mehr Besucher zu einem nationalen Duell zweier Club-Mannschaften.

Die bisherige Bestmarke hielt das englische Cup-Finale 2008 zwischen FC Arsenal und Leeds United (24 582). «Das war einfach wunderschön, so macht Fußball Spaß», sagte FCR-Spielführerin Inka Grings nach dem unerwartet knappen 1:0 (0:0)-Sieg im 30. DFB- Pokalfinale, das seit 1985 stets als Vorspiel des Männer- Endspiels in der Hauptstadt ausgetragen wurde. «Endlich konnte auch mal die Konfetti-Kanone losgelassen werden. In Berlin ging das ja nicht, weil noch die Männer spielten», sagte Ratzeburg.

Auch im nächsten Jahr ist die Domstadt Schauplatz des Endspiels, dann wegen der langen Vorbereitungszeit der deutschen Frauen- Nationalmannschaft auf die Heim-WM bereits im März. Ob Köln zum neuen «Frauen-Wembley» wird, ist laut Ratzeburg noch offen. Doch die Chancen stehen gut, zumal auch die Kosten von 400 000 Euro mehr als eingespielt wurden. Nach dpa-Informationen bleibt sogar ein Gewinn von rund 100 000 Euro übrig.


Neben den Zuwendungen von rund 70 000 Euro können sich beide Teams noch auf einen Nachschlag von etwa 25 000 Euro freuen. «Es gab zunächst eine Option für zwei Jahre. Wir werden nach dem Finale 2011 Bilanz ziehen und entscheiden, ob wir in Köln bleiben. «Die Stadt hat jedenfalls Großartiges geleistet.»

Argumente für die Rheinmetropole gibt es reichlich. «Wenn man das hier erlebt hat, war es die richtige Entscheidung. Hier gibt es eine große Begeisterung für den Frauenfußball», sagte USV-Trainerin Heidi Vater. Sie war zurecht «stolz» auf ihre Elf: «Wir haben das Finale genossen und dazu beigetragen, dass es ein tolles Erlebnis für alle war.»

Dabei war schon der Finaleinzug für den «Underdog» auf Thüringen der größte Erfolg der Clubgeschichte. Und das Team schlug sich gegen den Vizemeister und UEFA-Cup-Sieger von 2009 mehr als achtbar. Das von vielen angesichts der bisherigen Katastrophenbilanz gegen Duisburg (4 Bundesliga-Niederlagen/0:19 Tore) befürchtete Debakel blieb aus. Auch wenn der Titelverteidiger klar dominierte und beim dritte Pokal-Triumph nach 1998 und 2009 laut Trainerin Martina Voss- Tecklenburg «gefühlte 25 Chancen» ungenutzt ließ.

Die Duisburger Offensivkräfte um Top-Torjägerin Inka Grings scheiterten entweder an der Latte (dreimal) oder an der überragenden Jenaer Torhüterin Jana Burmeister. Die 21-Jährige machte das Spiel ihre Karriere. «Jana hatte heute tausend Hände», lobte ihre Trainerin. «Ich war total aufgeputscht. Aber jede von uns ist an ihre Grenze gegangen», meinte Burmeister, die nur in der 51. Minute beim Kopfballtreffer von Krahn machtlos war. «Ein blödes Tor, darüber ärgere ich mich», sagte Burmeister, «trotzdem sind wir zufrieden.»

Dass sich FCR-Abwehrchefin Krahn zu Beginn der 2. Hälfte so weit nach vorn wagte, war laut Voss-Tecklenburg nicht abgesprochen. «Ich hoffe, die Trainerin ist mir jetzt nicht böse. Ich habe es einfach selbst entschieden», sagte die Nationalverteidigerin mit einem Schmunzeln. «Annike hat ein feines Gespür, wann der richtige Moment gekommen ist. Ich gönne ihr so ein wichtiges Tor von Herzen», lobte Voss-Tecklenburg, die nach der Sektdusche mit ihrem Team im Kölner Restaurant «Birkenhof» bis in den frühen Morgen weiterfeierte.

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