Premiere in Köln - Duisburg Favorit im Pokalfinale
Köln (dpa) - 13.05.2010, 13:52 Uhr
Genoveva Anonma ist die Starspielerin des FF USV Jena.
Zwei Tage Frauenfußball-Party in Köln - das erste eigenständige DFB-Pokalfinale seit 26 Jahren zwischen Cup- Verteidiger FCR Duisburg und Außenseiter FF USV Jena soll zu einem besonderen Erlebnis werden. Seit 1985 war das Endspiel der Frauen ein mehr oder weniger geschätztes Vorspiel des Männerfinales im Berliner Olympiastadion. Mit der Premiere in Köln wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. «Ich finde es gut, dass wir nun ein eigenes Finale haben. Der Frauenfußball hat eine rasante Entwicklung genommen und genießt immer größere Wertschätzung. Insofern war es logisch, dass das Pokalfinale ein eigenes Event wird», sagte Frauen-Nationaltrainerin Silvia Neid. Die Vergabe nach Köln war ein Risiko und die Sorge beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) groß, dass die Finalisten im RheinEnergieStadion womöglich vor weitgehend leeren Rängen spielen müssen. Doch bis Donnerstag waren mehr als 22 000 Tickets verkauft. Nun hoffen die Verantwortlichen sogar, dass die Rekordmarke für ein nationales Vereinsspiel in Europa fällt. 2008 kamen im englischen FA-Cup-Finale zwischen dem FC Arsenal und Leeds United 24 582 Zuschauer. «Ich freue mich über den großen Zuspruch. Es zeigt, dass der Schritt in die Eigenständigkeit der richtige Weg war», betonte DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg.
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Im Finale sind die Rollen klar verteilt. Der mit zahleichen Nationalspielerinnen gespickte UEFA-Cup-Sieger 2009 und zweimalige Cup-Gewinner Duisburg (1998/2009) geht als hoher Favorit ins Finale. «Wir können eigentlich nur verlieren. Jeder erwartet einen Sieg von uns. Aber wenn wir uns nicht hundertprozentig konzentrieren, wird daraus nichts», warnte FCR-Abwehrchefin und Weltmeisterin Annike Krahn. Trainerin Martina Voss-Tecklenburg, die mit ihrem Team das Champions-League-Finale und den deutsche Meistertitel knapp verpasste, will sich den Pokal-Triumph nicht nehmen lassen. «Wir werden noch einmal alle Kräfte bündeln.» Für den letzten ostdeutschen Frauenfußball-Meister Jena (1991) ist bereits der Final-Einzug ein Riesenerfolg, für die Spielerinnen ist es «die Partie ihrer Karriere». Erst vor zwei Jahren stieg das Team von Trainerin Heidi Vater in die Bundesliga auf, beendete die Saison 2009/2010 nach zuletzt fünf Niederlagen auf Platz acht. Gleichwohl rechnen sich die Thüringerinnen, die auf dem Weg in das Endspiel immerhin die Bundesligisten VfL Wolfsburg und SG Essen-Schönbeck schlugen, eine Außenseiterchance aus. «Wir haben verdammt hart dafür gearbeitet. Jetzt wollen wir für eine Überraschung sorgen», sagte Vater. Mit einem bunten, zweitägigen Rahmenprogramm haben sich DFB und die Stadt Köln kräftig ins Zeug gelegt. Im benachbarten NetCologne-Stadion steigt ein Einlagespiel mit ehemaligen Frauenfußball-Größen wie den Weltmeisterinnen Silke Rottenberg, Bettina Wiegmann und DFB-Managerin Doris Fitschen. Der Finaltag startet um 12.00 Uhr mit einem großen Familienfest auf den Stadionwiesen mit Mädchenfußballturnieren, Mitmachmodulen und einem Bühnenprogramm. Unter anderem soll die Kölner Kultband «Höhner» für Stimmung sorgen.
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