Außenmeniskus-Schaden: EM für Hingst beendet
Helsinki (dpa) - 05.09.2009, 15:32 Uhr
Ariane Hingst (l) jubelt mit Inka Grings über einen Vorrunden-Treffer gegen Russland.
Für die deutsche Fußball-Nationalspielerin Ariane Hingst ist die Europameisterschaft in Finnland beendet. Die 30 Jahre alte Abwehrchefin zog sich im Viertelfinale gegen Italien (2:1) wie befürchtet eine Verletzung des Außenmeniskus im linken Knie zu und muss operiert werden. «Wir haben ihr Knie manuell untersucht. Dabei zeigten sich die Meniskus-Tests positiv. Mit Schmerzen und einem Knacken direkt über dem Gelenkspalt. Das sind sichere Zeichen für einen Außenmeniskus-Schaden», teilte DFB-Teamarzt Bernd Lasarzewski mit. Trotz intensiver Bemühungen des DFB war über den Europäischen Fußball-Verband UEFA weder in Lahti noch nach dem Umzug des Teams in die Hauptstadt Helsinki ein Termin für eine Kernspintomographie vor dem 7. September zu bekommen. Eine Operation von Hingst, die auf eigenen Wunsch bei der Mannschaft bleibt, ist nach Ansicht Lasarzewskis «unumgänglich». Sie soll nach der Rückkehr der Auswahl vom Teamarzt des Bundesligisten 1. FFC Frankfurt, Ingo Tusk, vorgenommen werden. Danach müsse Hingst mit einer Trainingspause von «mindestens drei bis vier Wochen» rechnen, erklärte Lasarzewski, Chefarzt der Sportklinik Hellersen in Lüdenscheid.
Damit war die Hoffnung auf eine schnelle Genesung der am Boden zerstörten Spielerin einen Tag nach dem Einzug ins EM-Halbfinale gegen Norwegen zerstört. «Wenigstens ist es diesmal das andere Knie. Ich wechsele ab», meinte Hingst in einem Anflug von Galgenhumor. Dabei war ihr direkt nach der Partie zum Heulen zumute, und sie musste gegen die Tränen kämpfen. Trainerin Silvia Neid sprach von einem «großen Verlust», den sie erstmal verdauen müsse. Die 45-Jährige fühlte mit ihrer Abwehrchefin: «Für uns alle ist der Ausfall nicht schön, aber am schlimmsten ist es für Arie», sagte Neid. Der Rückschlag ist für die 30-Jährige besonders bitter, weil sie wegen eines Knorpelschadens im rechten Knie zuvor viele Monate ausgefallen war, sich mühsam wieder herangekämpft und den Sprung in den EM-Kader gerade noch geschafft hatte. Das Team versuchte, den Pechvogel «zu trösten und aufzuheitern», sagte DFB-Torhüterin Nadine Angerer der dpa. «Wir kennen uns ja schon gefühlte 100 Jahre. Wir hatten schon nach dem Spiel viele Gespräche.» |