DFB-Frauen zittern sich weiter - Hingst verletzt
Lahti (dpa) - 04.09.2009, 19:11 Uhr
Inka Grings erzielt gegen Italien zwei Treffer.
Lahti (dpa) - Ariane Hingst kämpfte mit schmerzendem Knie trotz des Halbfinal-Einzugs tapfer gegen die Tränen, Theo Zwanziger fiel erleichtert jeder Spielerin um den Hals, und Doppeltorschützin Inka Grings lehnte die Rolle als Matchwinnerin großzügig ab. «Natürlich bin ich froh über meine beiden Tore. Und die Torjägerkrone wäre sicher das I-Tüpfelchen. Aber Priorität hat ganz klar der Mannschaftserfolg», betonte die Torjägerin des FCR Duisburg nach dem am Ende über die Zeit gezitterten 2:1 (1:0)-Sieg im EM-Viertelfinale der Frauen in Lahti gegen Italien. Bedanken durfte sich die DFB-Elf nicht nur bei Grings, die sich mit ihren Turniertreffern drei und vier (4./47.) an die Spitze der Torschützenliste und den Titelverteidiger ins Halbfinale schoss. Den Sieg in letzter Sekunde hielt Weltmeisterin Nadine Angerer fest, indem sie in der Nachspielzeit einen Kopfball von Patrizia Panico reaktionsschnell aus dem Winkel boxte und so eine mögliche Verlängerung verhinderte. «Unser Dank gilt auch Nadine. Wie sie da reagiert hat, war Weltklasse», schwärmte Trainerin Silvia Neid, die wie Tribünengast Zwanziger nach dem Anschlusstor von Panico (63.) bis zum erlösenden Schlusspfiff bangte. Anger selbst wusste später gar nicht, wie sie den Ball parierte. «Ich habe einfach den Arm hoch genommen. Da denkt man nicht nach», sagte die Torhüterin.
«Mein Herz hat ganz schön gepocht», gestand DFB-Chef Zwanziger, und erklärte: «Man weiß doch, wie es manchmal ist im Fußball. Zwar waren wir fast die ganze Zeit hoch überlegen, aber das zweite Tor hat lange gefehlt. Nach dem 2:0 war ich dann beruhigt, doch nach dem Gegentor hatte ich wieder Sorgen. Und dann hat Nadine gezeigt, dass sie auch mitspielt», beschrieb er seine Gefühlsachterbahn. Nun ist Zwanziger «überzeugt, dass wir mit ein bisschen Glück ins Finale kommen und den Titel holen können». Zwar reist er am 5. September zum Länderspiel der Männer nach Leverkusen, versprach aber: «Ich komme bestimmt zum Halbfinale wieder. Ich bin stolz auf die Mädchen.» Im Halbfinale in drei Tagen trifft der nun seit 24 EM-Spielen in Serie ungeschlagene Titelverteidiger auf Schweden oder Norwegen. Neid kündigte an, dass sich im nächsten Match einiges ändern muss. «Wir müssen unser Abwehrverhalten verbessern und die Kopfballduelle gewinnen. Und wir müssen unsere Torchancen besser nutzen. Im Halbfinale bekommt man nicht so viele Möglichkeiten», befand die DFB-Trainerin, die beteuerte, nach dem Gegentor nicht vor Wut gegen die Plexiglasscheibe hinter der Trainerbank geschlagen zu haben: «Da ist nur die Eisbox umgefallen.» |