Halb-Italienerin Angerer: «Papa drückt die Daumen»
Lahti (dpa) - 03.09.2009, 11:58 Uhr
Nadine Angerer springt beim Training in Tampere in Richtung Ball.
Fußball-Weltmeisterin Nadine Angerer baut auf die Unterstützung ihrer italienischen Verwandtschaft, Edelfan Theo Zwanziger sitzt als Glücksbringer auf der Tribüne, und der Rest der deutschen Mannschaft vertraut auf die eigene Stärke. Eigentlich kann nichts schief gehen im EM-Viertelfinale gegen Italien. «Wir kennen die Italienerinnen in- und auswendig. Sie sind giftig, aggressiv in den Zweikämpfen und sehr willensstark», warnt DFB-Torhüterin und Halb-Italienerin Angerer vor dem ersten K.o.-Spiel in Lahti. Trainerin Silvia Neid sagt: «Italien ist gefährlich. Wir haben Respekt, aber keine Angst.» Die 30 Jahre alte fränkische Torfrau geht davon aus, im 24. Duell mit dem Überraschungs-Viertelfinalisten den zwölften Sieg einzufahren und in die EM-Vorschlussrunde einzuziehen. Zumal sie ihren italienischen Vater sowie die zwischen Bozen und Mailand beheimateten Verwandten hinter sich weiß. «Mein Papa ist stolzer Italiener, aber natürlich drückt auch er mir gegen sein Heimatland die Daumen. Er kam vor mehr als 30 Jahren nach Deutschland. Und meiner Mutter zuliebe blieb er. Und dann kam ich ja auch schon bald zur Welt», erzählt Angerer, die zwar die Sprache ihrer Vorfahren nicht beherrscht, aber «sehr gern italienisch kocht».
Auf gelegentliche Besuche ihrer Familie in Norditalien freut sich Angerer immer besonders. «Dann macht meine Oma Pizza für mich. Pasta kann ich selbst perfekt», betont die beste Torhüterin der Welt, die von ihrem Vater nach eigenem Bekunden «das Temperament und die Lebenslust» geerbt hat. «Ich habe einen italienischen Einschlag.» Als Nummer 2 hinter der langjährigen DFB-Stammkeeperin Silke Rottenberg habe sie sogar mal mit dem Gedanken gespielt, einen Seitenwechsel vorzunehmen und statt mit dem Adler auf der Brust für die Squadra Azzurra das Tor zu hüten. Der Plan wurde aber rasch wieder verworfen. «Jetzt bin ich froh, wenn ich mir die großen Erfolge unseres Teams in den vergangenen Jahren anschaue. Italien hat ja zuletzt nicht so viel erreicht», stellt Angerer mit einem vielsagenden Lächeln fest. |