Lahti (dpa) - 02.09.2009, 15:32 Uhr
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Die Besichtigung der Skischanzen von Lahti hat zwar «keinen Symbolcharakter», gleichwohl wollen die deutschen Frauen den Sprung ins Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft gegen Italien schaffen.
«Die Schanzen hier sind halt die Attraktion. Deswegen haben wir den Spielerinnen den Besuch angeboten. Viele waren dabei und hatten großen Spaß», berichtete Cheftrainerin Silvia Neid gut gelaunt vor dem Viertelfinale gegen die «Squadra Azzurra» im finnischen Wintersport-Mekka. Die als «nickelig, aggressiv und ständig lamentierend» titulierten Italienerinnen haben sich bei der EURO dank zweier Vorrundensiege gegen England (2:1) und Russland (2:0) etwas überraschend in der schweren Gruppe C durchgesetzt und die K.o.-Runde als Zweite hinter Schweden erreicht.
«Sie waren zwar nie die bessere Mannschaft, aber haben aus wenigen Chancen eiskalt ihre Tore gemacht. Ich erwarte sie sehr defensiv, aber mit ihren Kontern sind sie unheimlich gefährlich», fasste Neid ihre Eindrücke zusammen. «Wir haben Respekt vor Italien, aber keine Angst. Sie schweben momentan auf Wolke sieben, aber auch wir sind nach drei Siegen selbstbewusst.»
Einziges «Problemchen» beim sechsmaligen Titelträger ist die Sprunggelenksblessur von Birgit Prinz. Die 31 Jahre alte Spielführerin war im Training umgeknickt und laboriert noch an einem Bluterguss. «Bei Birgit gibt es noch leichte Bedenken. Der Erguss ist noch nicht ganz raus», erklärte Neid. Die Cheftrainerin geht zurzeit aber davon aus, dass ihre Topstürmerin, der bei der EM zwar noch kein Tor gelang, die aber als Führungspersönlichkeit fast unersetzlich ist, bis zum Duell mit dem Weltranglisten-13. wieder fit ist. Am Morgen absolvierte Prinz nur leichtes Lauftraining. Neid: «Aber ich denke, dass es bis zum Spiel reicht.»
Endgültige Entwarnung gab es bei Inka Grings. Die Knieprellung bei der Stürmerin (zwei EM-Tore) sei so weit abgeklungen, dass sie ihr kaum noch Probleme bereite, so Neid. «Bei Inka sieht es gut aus.» Sollten beide Leistungsträgerinnen für das 24. Duell mit Italien (11 Siege, 8 Unentschieden, 4 Niederlagen) bereit sein, wird die Trainerin dieselbe Elf aufbieten wie bei den Erfolgen über Norwegen (4:0) und Frankreich (5:1). Zumal sich aus der «zweiten Garnitur» beim faden Auftritt gegen Island (1:0) keine Akteurin aufgedrängte.