Tampere (dpa) - 01.09.2009, 11:42 Uhr
DFB Nationalmannschaft Fanartikel
Nationalmannschaft Tickets bei Viagogo bestellen
Die Stimmung ist mäßig, die Zuschauerresonanz steigerungsfähig, das sportliche Niveau okay.
«Ich habe mir einiges im Fernsehen angeschaut. Die Spiele sind von der Qualität her nicht durchgehend gut. Es gibt doch noch große Unterschiede, was das Niveau der zwölf Mannschaften angeht», zog die deutsche Spielführerin Birgit Prinz nach der Vorrunde der Fußball-Europameisterschaft in Finnland ein erstes Zwischenfazit. Die Entscheidung des europäischen Verbandes UEFA, die Frauen-Endrunde erstmals mit zwölf statt acht Teams zu bestreiten, hält die 31-Jährige nach den bisherigen Eindrücken für nachvollziehbar und «grundsätzlich richtig».
DFB-Trainerin Silvia Neid sprach von einem «sehr ausgeglichenen» Teilnehmerfeld. «Die Mannschaften sind enger zusammengerückt. England und Schweden genießen meiner Ansicht nach eine Ausnahmestellung. Die Niederlande, die als EM-Neuling gleich ins Viertelfinale eingezogen ist, überrascht hier positiv», so Neid. Dass EM-Mitfavorit Dänemark nach der Vorrunde heimreisen musste, zeige, «wie ausgeglichen alle Teams sind». Dass die «kleinen» Nationen aufgeholt haben, zeigt die für den Frauenfußball eher magere Ausbeute von 48 Toren in 18 Spielen (2,6 im Schnitt). Kantersiege gab es nicht. Die klarsten Erfolge landete die DFB-Elf mit 4:0 gegen Norwegen und 5:1 gegen Frankreich.
Ein ernstzunehmender Titel-Konkurrent ist für Neid auch Finnland. «Der Gastgeber wird von den Fans getragen», meinte die DFB-Trainerin. Das belegen die Zuschauerzahlen: Die finnischen Anhänger unterstützen bei der EURO natürlich vor allem ihr Team, das im Viertelfinale 03. September in Turku auf England trifft. Zu den drei Gruppenspielen der «Suomi» strömten 47 610 Besucher ins Olympiastadion von Helsinki. Das sind sogar mehr als bei den restlichen 15 Partien der Vorrunde (45 445). Die Gesamt-Zuschauerzahl von 93 055 ergibt einen Schnitt von 5170 pro Begegnung. Die meisten Fans lockte das Eröffnungsspiel Finnland - Dänemark an (16 325), für die Partie Russland - Italien hatten nur 1112 Besucher im gähnend leeren Olympiastadion Interesse.
«Finnland hat nur etwa 5,2 Millionen Einwohner, da konnte man nicht unbedingt erwarten, dass alle Stadien voll sind», betonte Neid. Zum Vergleich: Vor vier Jahren kamen allein zum EM-Eröffnungsspiel in Manchester zwischen Gastgeber England und Finnland 29 029 Anhänger - ein Europa-Rekord, der bis zum Länderspiel zwischen Deutschland und Brasilien in diesem Frühjahr in Frankfurt Bestand hatte.
Die Stimmung in den überwiegend kleinen Arenen in Turku, Tampere, Helsinki und Lahti ist aber nicht schlecht. Über eine kleine, aber feine Fan-Gemeinde darf sich stets Titelverteidiger Deutschland freuen. «Ich finde es schön, dass uns auch hier einige Fans anfeuern. Das tut gut, wenn es mal nicht so läuft», sagte Neid. Doch auch einige hundert Schlachtenbummler aus Schweden, kleine Gruppen aus Island, den Niederlanden und England sind angereist. Sie verbreiten eine fröhliche Familien-Atmosphäre auf den Rängen und in den Städten.