Mit der EM-Generalprobe gegen Russland geht für die deutschen Fußball-Frauen auch der Kampf um die Stammplätze in die heiße Phase.
«Ich will mich bei diesem Turnier zeigen. Ich bin auch optimistisch, dass mir das gelingt. Mein Ziel ist es, bei der EM unter den ersten Elf zu stehen», sagte Innenverteidigerin Annike Krahn vor der Partie in Bochum. Beim letzten Test für die EURO in Finnland (23. August bis 10. September) will Bundestrainerin Silvia Neid ihre Karten für den Auftakt gegen Norwegen allerdings noch nicht offenlegen. «Ich gehe davon aus, dass der norwegische Trainer im Stadion sein wird», sagte Neid, die 17 Spielerinnen einsetzen will.
Fehlende Spritzigkeit beim 6:0 gegen die Niederlande, mangelnde Chancenauswertung im torlosen Duell mit Japan lautete das Fazit der DFB-Trainerin nach den ersten beiden Vorbereitungsspielen. Neben dem abschließenden Erfolgserlebnis erhofft sie sich gegen Russland schon Erkenntnisse für das dritte Gruppenspiel gegen Island (30. August). «Wir haben ganz gezielt Mannschaften gesucht, die unsere Vorrunden- Gegner widerspiegeln. Die Russinnen gleichen in ihrer Spielanlage den Isländerinnen. Sie stehen kompakt und tief hinten drin», so Neid. In Bochum hat sie bis auf Melanie Behringer (spielt mit Bayern München in der Champions-League-Qualifikation) den kompletten EM-Kader dabei.
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Die weiteren Vorrundenspiele bei der Europameisterschaft bestreitet der Titelverteidiger und Weltmeister gegen Norwegen (24. August) und Frankreich (27.). Bis zur Abreise am 19. August steht für die 22 Spielerinnen von Montag an in Frankfurt sieben Wochen nach Beginn der Vorbereitung der sechste und letzte Lehrgang auf dem Programm. Besonders die Offensivarbeit und Standardsituationen sollen den finalen Feinschliff erhalten. «Das Training wird sehr intensiv, aber nicht mehr so lang», kündigte Neid an, die sich trotz einiger Mängel in den bisherigen Testpartien mit dem Weg nach Finnland bisher insgesamt zufrieden zeigte. «Alle Spielerinnen ziehen voll mit. Jede ist vom ersten Tag an ihre Grenze gegangen», betonte Neid.