Brasilien-Gala als WM-Werbung
Frankfurt/Main (dpa) - 23.04.2009, 13:29 Uhr
Anja Mittag (r) jubelt nach ihrem Tor zum 1:0.
Die besten Fußballerinnen der Welt und 44 825 begeisterte Fans feierten in Frankfurt eine rauschende Vor-WM-Party, doch ausgerechnet der deutschen Rekordspielerin Birgit Prinz war die Laune gründlich verdorben. Im mit einer großen PR-Kampagne inszenierten Klassiker gegen Brasilien (1:1) fasste sich die 31 Jahre alte deutsche Spielführerin nach gut einer halben Stunde an den Brustkorb, ließ sich lange behandeln und verschwand dann in der 40. Spielminute ihres 189. Länderspiels mit hängendem Kopf und schmerzverzerrtem Gesicht in den Katakomben. «Es sieht so aus, dass ich diese Saison abhaken muss», bestätigte Birgit Prinz im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die erste Diagnose hatte sich bestätigt: Die fünfte Rippe ist gebrochen. Nach zahlreichen Blessuren seit den Olympischen Spielen 2008 in Peking hatte sich die DFB-Spielführerin gerade erst wieder richtig herangekämpft, ihre Fitness stabilisiert und neuen Mut im Hinblick auf die Europameisterschaft vom 23. August bis 10. September geschöpft. «Ich bin nicht wirklich deprimiert, aber einfach total genervt», meinte Prinz, der sechs bis acht Wochen Pause bevorstehen. «Es knackt bei jeder Bewegung, ich darf nicht einmal Radfahren.»
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Ob sie einen Schutzverband tragen wird, steht noch nicht fest. «Das Problem ist, dass er drückt und wehtut. Und ein bisschen atmen muss man ja auch noch.» Zumindest ihren trockenen Humor hat die Stürmerin nicht verloren, auch wenn die Enttäuschung groß ist: «Aber ich denke positiv. Und die EM im Sommer bleibt mein Ziel. Bis dahin ist ja noch Zeit.» Etwas Gutes hat ihre neuerliche Auszeit vielleicht auch: Die Psychologie-Studentin kann sich in den nächsten Wochen verstärkt ihrer Diplomarbeit widmen. «Ist doch auch etwas.» Nicht nur für DFB-Cheftrainerin Silvia Neid, die bei der geplanten EM-Titelverteidigung nur ungern auf die große Erfahrung und die Klasse ihrer Spielführerin verzichten würde, auch für den Bundesligisten 1. FFC Frankfurt ist es ein weiterer Rückschlag in der ohnehin von vielen Enttäuschungen und Personalnot gekennzeichneten Saison. «Natürlich ist das bitter in der Endphase der Meisterschaft. Aber besonders leid tut es mir für Birgit», sagte FFC-Manager Siegfried Dietrich der dpa. Gleichwohl ist er sicher, dass sie «sich nicht hängen lässt» und gestärkt zurückkommt. |