Grings heiß auf Comeback: «Bin in guter Form»
Bielefeld (dpa) - 24.02.2009, 13:03 Uhr
Inka Grings hofft auf ein Comeback im Frauen-Nationalteam.
Vor einem Jahr traf Inka Grings der Bannstrahl der Bundestrainerin, doch nach der «Begnadigung» durch Silvia Neid fiebert die Bundesliga-Toptorjägerin ihrem Comeback in der Nationalmannschaft entgegen. «Inka hatte mich im vorigen Herbst um eine Unterredung gebeten. Wir haben offen und ehrlich miteinander geredet und sie hat sich für ihr Fehlverhalten entschuldigt», sagte Neid im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Voraussetzungen für die Rückkehr der 30-jährigen Grings in die Auswahl des Fußball-Weltmeisters nach dreieinhalb Jahren Abstinenz sind geschaffen. Hauptgrund für die Ausbootung von Grings war, dass sie vor den Olympischen Spielen 2008 zwei Leistungstests versäumt und ihre Unterlagen für Peking nicht rechtzeitig eingereicht hatte. «Da habe ich angenommen, dass sie kein Interesse an der Nationalmannschaft hatte», erläuterte Neid vor dem Länderspiel-Jahresauftakt in Bielefeld gegen China.
Wahrscheinlich wird die Angreiferin des FCR Duisburg, die in überragender Form ist, schon in der Schüco-Arena vor erwarteten 15 000 Fans auflaufen. Zudem gehört Grings zu den 20 Fußballerinnen, die am 2. März zum Algarve-Cup (4. bis 11. März) nach Portugal reisen. «Vielleicht spielt sie schon gegen China von Anfang an, vielleicht wird sie eingewechselt oder sie kommt erst an der Algarve zum Einsatz. Es gibt ja sehr gute Alternativen», sagte Neid im DFB-Quartier in Marienfeld. Die Cheftrainerin, die gleich fünf verletzte Weltmeisterinnen ersetzen muss, lässt sich ungern in die Karten schauen, einen kleinen Hinweis gab sie dann aber doch. «Im Training hat Inka bisher einen sehr guten Eindruck hinterlassen.» 40 Monate musste die beste Torschützin der EM 2005 in England, die danach auch wegen Verletzungen lange nicht berücksichtigt wurde, auf diesen Moment warten. «Ich bin in guter Form. Die Probleme sind ausgeräumt», betonte Grings, die beim 4:0 gegen Schottland am 20. Oktober 2005 letztmals im DFB-Dress aufgelaufen war. Die 64malige Nationalspielerin (41 Tore) gab sich im Kreis der DFB-Elf nun geläutert: «Ich bin stolz, dass ich hier sein darf, dass alles geklärt ist und ich eine neue Chance erhalte.» Aufmerksamkeit erregt Grings zurzeit zudem mit Wechselgedanken. Nach 14 Jahren beim FCR Duisburg könne sie sich eine Veränderung gut vorstellen, betonte sie in Marienfeld. Erster Ansprechpartner aber sei der FCR. «Ich habe dem Verein viel zu verdanken.» Bis Samstag bleibt Grings noch Zeit, sich zu entscheiden. Duisburgs Trainerin Martina Voss lässt keinen Zweifel, dass sie die 30-Jährige nicht gern zu einem Bundesliga-Konkurrenten ziehen lassen würde. Das Ausland ist wohl kein Thema mehr. «Wir sind mit unserem Angebot bis an die Grenze gegangen», sagte Voss der dpa am Dienstag. «Wir haben mit Inka vereinbart, dass bis Ende Februar eine Entscheidung her muss. Das ist in aller Interesse.»
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