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WM-Planungen: DFB sucht weiblichen Beckenbauer

Hamburg (dpa) - 31.10.2007, 14:50 Uhr

Steffi Jones könnte bei der WM 2011 eine wichtige Rolle spielen.
Steffi Jones könnte bei der WM 2011 eine wichtige Rolle spielen.

Im FIFA-Hauptsitz in Zürich köpfte die deutsche Delegation zur Feier des Tages zwei Magnumflaschen Champagner, doch nach der Rückkehr nach Deutschland begannen die Planungen für das nächste Fußball-Sommermärchen.

Ganz oben auf der Prioritätenliste steht dabei die Suche nach einem weiblichen Franz Beckenbauer. «Ich kann das nicht alleine entscheiden und will den Gremien nicht vorgreifen. Aber eine Frau soll es sein», sagte Zwanziger zur Suche nach der Gallionsfigur im noch zu gründenden WM-Organisationskomitee. Der DFB braucht eine Person, die der nächsten großen Fußball-Party ein Gesicht verleiht - wie 2006 der oberste WM-Macher Beckenbauer.

Innerhalb weniger Wochen werden beim Gastgeber der Frauen-WM 2011 weitere wichtige Entscheidungen fallen müssen. Mindestens vier nationale Sponsoren werden gesucht, und die bisher zwölf ausgewählten Städte buhlen mächtig um die Zusage, in vier Jahren auch tatsächlich Spielort zu sein.

Für die Rolle der «Kaiserin» kann der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gleich aus mehreren Kandidatinnen auswählen. Hannelore Ratzeburg wird bei der Vergabe der OK-Posten als frisch gekürte Vizepräsidentin ein ebenso gewichtiges Wort mitreden wie Heike Ullrich, die als Abteilungsleiterin Frauen-Fußball über beste Kontakte zum Weltverband FIFA verfügt. Beide werden mit ihrem Know-how in jedem Fall bei administrativen Aufgaben gefordert sein.

Doch auch an in der Öffentlichkeit bekannteren Gesichtern mangelt es nicht. So könnten gleich mehrere Weltmeisterinnen von 2003 dem Anforderungsprofil entsprechen. Nia Künzer hat die Medientauglichkeit als ARD-Expertin bereits bewiesen und nutzt weiter ihren Ruf als «Golden Girl» der vorletzten WM. Doris Fitschen hat als Sponsoring-Managerin beim DFB den nötigen Stallgeruch. Als Idealbesetzung aber könnte sich Steffi Jones herauskristallisieren. Die dunkelhäutige und sympathische Frankfurterin besitzt Charme und Charisma und wäre durch ihre bewegte Vita zugleich ein Symbol für den Kampf des DFB für Integration und gegen Fremdenfeindlichkeit. «Ich hatte bisher noch gar keine Zeit, mir über meine Zukunft intensiv Gedanken zu machen», wiegelt Jones vorerst alle Überlegungen in diese Richtung ab. Zurzeit hat sie genug zu tun mit dem Erwerb der Fußballlehrer-Lizenz in Köln.


Fitschen dürfte ohnehin eine wichtige Rolle bei der WM-Vorbereitung zukommen. Die Marketing-Expertin des DFB ist seit Jahren in die Auswahl von Sponsoren direkt eingebunden. «Das Interesse der Wirtschaft wird immer größer», berichtet Fitschen vom neuen Frauenfußball-Boom. Schon jetzt gebe es Anfragen von Unternehmen, die als nationale WM-Förderer auf den Zug aufspringen wollen. Die besten Aussichten hätten vor allem international ausgerichtete Firmen.

Die Sponsoringberatungs-Firma «Sport + Markt» rechnet bei der WM 2011 mit einem Umsatzplus für den Einzelhandel von ca. 150 bis 200 Millionen Euro. Das Gastgewerbe könne mit monetären Effekten in Höhe von bis zu 30 Millionen Euro rechnen. Den Etat des Organisations-Komitees setzen die Marketing-Experten aus Köln bei knapp 25 Millionen Euro an.

Die positive Ausstrahlung des Frauenfußballs wollen auch die Spielorte für sich nutzen. Da laut DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach eine Aufstockung von 16 auf 24 Mannschaften eher unwahrscheinlich ist, werden wohl noch bis zu vier Stadien von der bisherigen Liste gestrichen. Berlin ist als Ort des Eröffnungsspiel genauso fix dabei wie Frankfurt/Main, wo das Finale stattfinden soll. Augsburg, Bielefeld, Bochum, Dresden, Essen, Leverkusen, Magdeburg, Mönchengladbach, Sinsheim und Wolfsburg rühren derweil schon wieder die Werbetrommel in eigener Sache.

«Diesmal sind wir ja wohl mit Leverkusen als Spielort dabei», sagte Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler der «WAZ». «Wir werden alles dafür tun, das Stadion WM-reif zu machen», versprach Bochums Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz. Auch in Augsburg rechnet man als einzigem bayerischen Standort fest mit einer Zusage. «Die WM ist für unsere Stadt eine unbezahlbare Chance, sich weltweit positiv darzustellen», sagte Oberbürgermeister Paul Wengert der Augsburger Allgemeinen».

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