Qualifikations-Alltag für WM-Heldinnen
Hamburg (dpa) - 26.10.2007, 16:11 Uhr
Simone Laudehr sammelt Bälle während des Trainings ein.
Die WM-Heldinnen geben sich die Ehre: 27 Tage nach dem Triumph in China präsentiert sich die deutsche Frauen-Nationalmannschaft erstmals wieder ihren heimischen Fans. Im EM- Qualifikationsspiel gegen den krassen Außenseiter Belgien erwartet Bundestrainerin Silvia Neid ein Fußball-Fest: «Wir wollen dieses Jahr noch genießen und unbedingt drei Punkte holen», sagte Neid vor der Partie in Lübeck. Drei Tage nach der Unterschrift unter ihren «Rentenvertrag» beim DFB bis 2013 wird die 43-Jährige schon mit ihren Gedanken in Zürich sein, wo am 30. Oktober der WM-Gastgeber 2011 verkündet wird. «Natürlich fiebern wir dem Termin entgegen. Ich denke, wir bekommen die WM, weil wir die beste Bewerbung haben.» Doch zunächst müssen sich ihre Himmelsstürmerinnen wieder im Qualifikations-Alltag bewähren. «Ich hoffe, dass sie in keinem Loch sind, das sind sehr wichtige Spiele vor uns», sagte Neid vor den Auftritten gegen Belgien und 1. November in Volendam gegen die Niederlande. Nicht nur wegen der erfolgreichen WM- Titelverteidigung ohne Gegentor ist die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) klarer Favorit: Nach drei Siegen - 5:1 gegen die Niederlande, 6:0 in Wales und 7:0 gegen die Schweiz - führt die DFB- Auswahl die Gruppe 4 souverän an.
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In Lübeck muss Neid auf Spielmacherin Renate Lingor (Frankfurt/Muskelfaserriss), Simone Laudehr (Duisburg/Knieprobleme) und Angreiferin Sandra Smisek (Frankfurt/beruflich verhindert) verzichten. Zudem strich sie Ursula Holl (Bad Neuenahr) aus dem Kader, da sie im Gegensatz zum WM-Aufgebot nur 18 statt 21 Spielerinnen nominieren durfte. «Das habe ich gar nicht gerne gemacht, denn jede Spielerin, die bei der WM dabei war, hat ihren Beitrag zum Titelgewinn geleistet und hätte es insofern verdient gehabt, jetzt bei unserem ersten Heimspiel nach der WM dabei zu sein», meinte Neid. Als einzige Nicht-Weltmeisterin ist für Laudehr kurzfristig Navina Omilade (Wolfsburg) nachnominiert worden. Nach dem Ausfall von Lingor (Neid: «Sie ist unser kreativer Kopf») und Laudehr ist das zentrale Mittelfeld die einzige Baustelle für Neid. Für die beiden WM-Teilnehmerinnen dürfte sie Linda Bresonik (Essen-Schönebeck) und Saskia Bartusiak (Frankfurt) eine Chance in der Zentrale geben. Eine weitere Kandidatin ist Fatmire Bajramaj (Duisburg). Im Sturm wird WM-Rekordtorschützin Birgit Prinz voraussichtlich neben ihrer Frankfurter Teamkollegin Petra Wimbersky auflaufen. Keeperin Nadine Angerer (Potsdam), die bei der WM 540 Minuten lang ohne Gegentreffer blieb und damit einen Rekord aufstellte, will gegen Belgien ihre Zu-Null-Serie ausbauen. Die voraussichtliche deutsche Aufstellung: Angerer - Stegemann, Hingst, Krahn, Fuss - Garefrekes, Bartusiak, Bresonik, Behringer - Prinz, Wimbersky
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