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Blatter sieht Deutschland bei WM-Bewerbung vorn

Shanghai (dpa) - 29.09.2007, 11:24 Uhr

FIFA Präsident Blatter begrüßt bei der WM Birgit Prinz vor dem Spiel gegen die Argentinien.
FIFA Präsident Blatter begrüßt bei der WM Birgit Prinz vor dem Spiel gegen die Argentinien.

Mit Franz Beckenbauer als wichtigstem Botschafter sieht Joseph Blatter Deutschland im Rennen um die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 als aussichtsreichsten Kandidaten.

«Wenn sich Deutschland bewirbt und auch noch den 'Kaiser' - wie schon vor der Männer-WM - in der ganzen Welt herumschickt, würde ich sagen, dass sie in die Favoritenrolle gekommen sind», sagte der Präsident des Weltverbandes FIFA in Shanghai in einem Gespräch mit dem NDR-Hörfunk und der Deutschen Presse-Agentur dpa. Neben Deutschland haben sich Australien, Kanada und Peru beworben.

Die Entscheidung über die Vergabe trifft das FIFA-Exekutivkomitee am 30. Oktober in Zürich. Blatter wollte der Entscheidung aber keineswegs vorgreifen, denn auch die anderen Bewerber seien in der Lage, eine Frauen-WM, eventuell sogar mit 24 statt wie bisher mit 16 Mannschaften, auszurichten. Die Aufstockung wird derzeit diskutiert, doch auch hier ist noch nichts beschlossen. «Selbst wenn wir in China ein sehr hohes Niveau haben, darf man nicht vergessen, dass es zwischen den Konföderationen noch große Unterschiede gibt.» Die entsprechenden Gremien wollen nach einer genauen WM-Analyse in den nächsten Wochen entscheiden, ob womöglich schon 2011 mit 24 Teams gespielt wird. «Ich sage nicht Nein», so der FIFA-Chef.

24 Stunden vor dem Finale zwischen Titelverteidiger Deutschland und Brasilien zog Sepp Blatter eine erste Bilanz der 5. Frauen-WM in China. «Ich bin sehr zufrieden. Vor allem bin ich überrascht über die guten Zuschauerzahlen. Wir waren vorher nicht so ganz sicher, weil wir nicht in Peking spielen, sondern in fünf anderen riesigen Millionen- Städten im ganzen Land», sagte der FIFA-Boss, der dem Gastgeber ein ein gutes Zeugnis ausstellte. «Die Organisation ist gut, die Chinesen sind freundlich und nett. Wir erleben eine hervorragende WM.»

Der Besucherschnitt nähert sich der Marke von 40 000. Auch das Finale zwischen dem DFB-Team und Brasilien im Hongkou-Stadion, das mit einem neuen Rasen präpariert wurde, ist ausverkauft. Blatter rechnet mit einem spannenden, ausgeglichenen und hochklassigen Endspiel. «Beide Mannschaften haben ihr Halbfinale klar gewonnen. Ich traue den Deutschen zu, dass sie noch einen Zahn zulegen.» Auf einen Sieger festlegen wollte sich der FIFA-Boss aber nicht. Dafür verbreitete er eine weitere «gute Nachricht». Der Brasilianischen Fußball-Verband habe nach dem riesigen Erfolg der Damen beschlossen, erstmals eine Frauen-Liga einzuführen. «Sie wollen schon Ende Oktober mit den Spielen beginnen», erklärte Blatter.


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