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Taifun «Wipha» wirbelt Spielplan durcheinander

Shanghai/Wuhan (dpa) - 18.09.2007, 14:16 Uhr

Das DFB-Team bedankt sich nach dem Sieg gegen Japan bei den Fans in Hangzhou.
Das DFB-Team bedankt sich nach dem Sieg gegen Japan bei den Fans in Hangzhou.

Der Taifun «Wipha» hat den Spielpan bei der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in China kräftig durcheinander gewirbelt, doch die deutsche Nationalmannschaft ist von den Wetter- Kapriolen relativ unberührt geblieben und sicher in Wuhan angekommen.

Einen Tag nach dem Einzug ins WM-Viertelfinale mit dem 2:0-Sieg gegen Japan mussten die deutschen Damen schon wieder Koffer packen und von Hangzhou nach Wuhan reisen. Wegen des Taifuns mit starken Regenfällen und heftigen Winden mussten zahlreiche Flüge in China abgesagt oder verschoben werden. Die DFB-Elf traf deswegen erst mit gut einstündiger Verspätung, aber wohlbehalten in Wuhan ein. Am späten Nachmittag checkte der Tross im Mannschaftshotel «Howard Johnson Pear Plaza» ein. «Es war aber ein ruhiger Flug. In der Luft haben wir nichts von dem Taifun gemerkt», sagte DFB-Sprecher Niels Barnhofer.

Dagegen nahm der plötzliche Wetterumschwung Einfluss auf den Spielplan. Zwei WM-Partien wurden bereits frühzeitig verschoben. Wie der Fußball-Weltverband FIFA mitteilte, sind die für Mittwoch angesetzten Spiele Norwegen - Ghana (Gruppe C) und Brasilien - Dänemark (Gruppe D) auf Donnerstag verlegt worden. Die Partie Norwegen - Ghana wird nicht in Shanghai, sondern in Hangzhou ausgespielt. Drei Stunden später soll ebenfalls im Dragon- Stadion von Hangzhou das Spiel Brasilien - Dänemark stattfinden.

Die abschließenden Partien in der Gruppe B, Nigeria - USA in Shanghai und Nordkorea - Schweden in Tianjin, sollten dennoch wie geplant über die Bühne gehen. Allerdings trieb «Wipha» auch dort schon sein Unwesen. Der ohnehin arg ramponierte und nicht richtig angewachsene Rasen im Hongkou-Stadion von Shanghai war völlig durchweicht und sehr schwer bespielbar. Zudem durften bei diesem Spiel aus Sicherheitsbedenken nur US-Journalisten und Medienvertreter aus Nigeria sowie internationale Agenturen auf die Pressetribüne. Grund: Es konnten nur die obersten beiden Sitzreihen genutzt werden. Weiter unten, wo es reinregnete, untersagte die FIFA das Arbeiten mit elektronischen Geräten (Kameras/Laptops) aus Angst vor Kurzschlüssen.

Laut «Shanghai Daily» mussten in Shanghai sogar etwa 200 000 Menschen vor dem Taifun in Sicherheit gebracht werden. Die Behörden begannen bereits mit der Räumung etlicher Gebäude. Die Stadtregierung rechnet in den nächsten zwei, drei Tagen mit einem der schwersten Stürme seit 1997. Meteorologen erwarten, dass der Tropensturm bis Mittwochfrüh das chinesische Festland in der Nachbarprovinz Zhejiang erreichen wird. Von den Evakuierungen sind vor allem Bewohner in den Küstenregionen der Shanghaier Außenbezirke betroffen sowie Besitzer mobiler und baufälliger Behausungen. Den Angaben zufolge soll «Wipha» den letzten großen Sturm «Saomai» aus dem Jahr 2006 übertreffen.


Bereits am frühen Nachmittag beeinträchtigten die schweren Regenfälle den Verkehr. Schiffe vor der Küste wurden in die Häfen zurückbeordert. In Taiwan war zuvor schon mindestens ein Mensch durch den Taifun getötet und ein weiterer verletzt worden. Der Tropensturm war von Japan herübergezogen.

Während in Shanghai der Taifun alles im Griff hat, spürte die DFB- Elf in Wuhan, der Hauptstadt der Provinz Hubei, keine Auswirkungen. Die Metropole mit mehr als neun Millionen Einwohnern liegt rund 1000 Kilometer westlich von Shanghai am Zusammenfluss von Jangtse und Han-Fluss. Im «Wuhan-Sports-Center» bestreitet Titelverteidiger Deutschland das Spiel um den Einzug ins Halbfinale. «Jetzt kommen stärkere Gegner. Da müssen wir uns erheblich steigern», sagte Spielführerin Birgit Prinz. «Denn Heimfahren wollen wir noch nicht.»

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