DFB-Frauen strotzen vor Selbstbewusstsein
Hangzhou (dpa) - 16.09.2007, 12:08 Uhr
Nationalspielerin Birgit Prinz (l) mit Bundestrainerin Silvia Neid bei der Pressekonferenz der deutschen Mannschaft.
Mit einem selbstbewussten Lächeln fegt Silvia Neid alle Gedanken an ein vorzeitiges Scheitern von Titelverteidiger Deutschland bei der Weltmeisterschaft in China vom Tisch. Die Fußball-Lehrerin glaubt vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Japan in Hangzhou fest an den Viertelfinal-Einzug. «Wenn wir in der Defensive so stehen wie gegen England und in der Offensive so agieren wie gegen Argentinien» werde es keine Probleme geben, sagte Neid. «Wir wollen als Gruppensieger weiterkommen. Und wir wissen, was wir können.» Genauso sieht es Spielführerin Birgit Prinz. Trotz allen Respektes vor den quirligen, passsicheren, gut eingespielten und punktgleichen Japanerinnen (4 Zähler) wolle man im Gruppen-Finale keine Kompromisse eingehen. «Wir sind kein Team, das auf Unentschieden spielen kann. Auch wenn ein Punkt genügt, spielen wir auf Sieg.» Kerstin Garefrekes legt sich noch deutlicher fest: «Wenn wir unsere Möglichkeiten ausschöpfen, werden wir Japan schlagen.»
Auch das wenig überzeugende Offensivspiel beim 0:0 gegen England hat vor dem Showdown in der Gruppe A keinerlei Selbstzweifel im deutschen Lager ausgelöst. «Man muss einfach feststellen, dass es an der Weltspitze enger geworden ist», erläuterte Prinz die Nullnummer vom Freitag. Zwar hätte man gern vorzeitig das Ticket für die K.o.- Runde gelöst, doch stark verbesserte Mannschaften wie England seien nicht mehr im Vorübergehen wegzuputzen. Auch von der bislang makellosen Statistik gegen Japan - fünf Spiele, fünf Siege - lasse sie sich nicht blenden oder zum Leichtsinn verführen, betonte die 29 Jahre alte Top-Stürmerin aus Frankfurt. «Statistik ist gut, aber eben Statistik. Das ist noch keine Garantie, dass man wieder gewinnt. Wir müssen sehr konzentriert ins Spiel gehen», mahnte Prinz. Noch nie bei den bisherigen vier Weltmeisterschaften ist eine deutsche Elf in der Vorrunde ausgeschieden. Das wäre gemessen an den Ansprüchen und dem Leistungsvermögen des Welt- und Europameisters auch der «Super-Gau». Theo Zwanziger, der wegen dringender Amtsgeschäfte am Sonntag nach Deutschland zurückreiste und zum Viertelfinale am kommenden Samstag wieder vor Ort sein will, kann und mag sich solch ein Szenario nicht vorstellen. «Das Viertelfinale müssen die Mädchen einfach schaffen und das werden sie auch», betonte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes vor seinem Rückflug. Und der «Glücksbringer» der DFB-Damen fügte verschmitzt hinzu: «Selbst ohne mich schaffen sie das. Und dann bleibe ich bis zum Finale.» |
Ganz gegen ihre Gewohnheit machte Neid aus ihrer Aufstellung kein Geheimnis. «Saskia Bartusiak spielt für Simone Laudehr», stellte die Trainerin klar und überraschte damit selbst die Betroffene. «Hat sie das wirklich gesagt?», fragte Bartusiak die Medienschar überrascht. «Das wusste ich noch gar nicht.» Die 25-Jährige wird also im defensiven Mittelfeld die Rolle von Laudehr (Gelbsperre) übernehmen. «Toll, es ist einfach ein super Gefühl, vor so vielen Fans bei einem WM-Spiel dabei zu sein», freute sich die Frankfurterin. Zwar räumt Bartusiak ein, vor der wichtigen Partie sicher «etwas nervös» zu werden, doch unter Mangel an Selbstvertrauen leidet auch sie nicht. «Es gibt keine negativen Gedanken. Das wäre auch ganz falsch. Wir glauben an unsere eigene Stärke.» Selbst die letzte offene Frage in Bezug auf die Startelf ist geklärt. Weil das Risiko für einen Einsatz der von einer Oberschenkelzerrung genesenen Sandra Minnert zu groß wäre, bleibt die Duisburgerin Annike Krahn in der Innenverteidigung. Neid: «Ich sehe keinen Grund, in der Abwehr etwas zu ändern. Annike hat gegen England einen sehr guten Job gemacht.» Die voraussichtlichen Mannschaften: Deutschland: Angerer - Stegemann, Hingst, Krahn, Bresonik - Garefrekes, Bartusiak, Lingor, Behringer - Smisek, Prinz Japan: Fukumoto - Isozaki, Yano, Iwashimizu, Ando - Miyamoto - Miyama, Sawa, Sakai - Nagasato, Ohno Schiedsrichterin: Adriana Correa (Kolumbien)
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