DFB-Frauen bei WM-Generalprobe mit 2:2 in Norwegen
Mainz (dpa) - 30.08.2007, 18:00 Uhr
Die deutschen Fußball-Frauen haben elf Tage vor Beginn der Weltmeisterschaft in China ein Negativerlebnis gerade noch verhindert. Das Team von Trainerin Silvia Neid erreichte bei der WM-Generalprobe gegen Norwegen trotz zweimaligen Rückstandes noch ein 2:2 (1:2). Im Vergleich zu der Begegnung in Mainz muss sich die Mannschaft bis zum Eröffnungsspiel gegen Argentinien in Schanghai am 10. September aber noch steigern. Vor 9715 Zuschauern im Bruchwegstadion ging Norwegen schon in der 1. Spielminute durch Leni Larsen Kaurin sowie Ragnhild Gulbrandsen (28.) zwei Mal in Führung. Melanie Behringer (22.) und Spielführerin Birgit Prinz (75.) konnten zum 2:2-Endstand ausgleichen. So konnte das DFB-Team ihre positive Bilanz (12 Siege, elf Niederlagen) im 28. Duell mit dem Rivalen verteidigen. Im Gegensatz zum glanzvollen 7:0 im EM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz vor acht Tagen in Koblenz kam die durch die Ausfälle von Simone Laudehr und Linda Bresonik geschwächte DFB-Elf nur schwer in Gang. Schon nach 40 Sekunden ließ sich Torhüterin Nadine Angerer überraschen. Der Heber der flinken Stürmerin Leni Larsen Kaurin schien nur als Flanke gedacht. Zumindest senkte sich der Ball über die zu weit am kurzen Pfosten stehende Angerer hinweg ins Netz. Es dauerte gut eine Viertelstunde, bevor die DFB-Elf nach dem frühen Gegentor ihre Nervosität etwas ablegte und zu eigenen Chancen kam.
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Norwegens Torfrau Bente Nordby parierte einen Distanzschuss von Birgit Prinz (15.), die in ihrem 165. Länderspiel zunächst nicht wie gewohnt auftrumpfte. Mit dem 1:1 der agilen Freiburgerin Behringer, die schon gegen die Schweiz mit zwei Toren überzeugte, war der Weltmeister wieder auf Kurs, verpasste kurz darauf sogar die mögliche Führung durch Kerstin Garefrekes (24.), die aus halbrechter Position verzog. Nur vier Minuten später brachte Ragnhild Gulbrandsen die offensiv starken Skandinavierinnen erneut in Front, nachdem Angerer den Schuss von Lene Storlökken nur abklatschen konnte. Der Weltmeister von 1995 erwies sich auch nach dem Wechsel als unangenehmer Gegner, der ein anderes Kaliber hat als zuletzt die Schweiz, Tschechien oder Dänemark. Bereits in diesem März beim Algarve-Cup hatte Deutschland gegen Norwegen mit 1:2 verloren. Allerdings boten sich Anja Mittag (50.), die nach einer Stunde durch Petra Wimbersky ersetzt wurde, Behringer (62.) und Prinz (66.) durchaus Chancen zum Ausgleich, der Prinz nach einem Pass von Behringer eine Viertelstunde vor Schluss doch noch gelang. Doch auch die Norwegerinnen hatten nach schnellen Kontern noch Möglichkeiten zum Sieg. Fazit aus deutscher Sicht: Vor allem in der Defensive und im Mittelfeld, wo Spielmacherin Renate Lingor noch ihre WM-Form sucht, gibt es bis zum WM-Eröffnungsspiel gegen Argentinien noch viel Feinarbeit zu verrichten.
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