DFB-Frauen beim 7:0 schon fast in WM-Form
Koblenz (dpa) - 23.08.2007, 12:46 Uhr
Kurz nach 23.00 Uhr verließ Theo Zwanziger glückselig die DFB-Gala «25 Jahre Frauen-Länderspiele». Er hatte genug gesehen. Nicht nur im Koblenzer Oberwerth-Stadion, wo die Mannschaft von Silvia Neid im EM-Qualifikationsspiel die Schweiz mit 7:0 deklassiert hatte. Natürlich schaute sich der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes zusammen mit den Nationalspielerinnen im Fernsehen auch den Erfolg der Löw-Elf im neuen Wembley-Stadion gegen England an. «Das war ein schöner Abend», bilanzierte Zwanziger lächelnd. «Erst das tolle Spiel der Frauen, dann der 2:1-Sieg der Männer. Was kann es Schöneres geben?» Wie die 11 280 Zuschauer war auch Zwanziger, der aus «Respekt und Anerkennung für die Leistungen der Fußballerinnen in den vergangenen 25 Jahren» auf den Trip nach London verzichtet hatte, vom Auftritt der DFB-Elf 19 Tage vor Beginn der WM in China begeistert. «Man hat gesehen, dass sie in der Vorbereitung sehr hart gearbeitet haben. Das trägt jetzt Früchte. Ich denke, die Mannschaft ist auf einem guten Weg», lobte der DFB-Chef. Selbst die kritische Cheftrainerin musste sich anstrengen, um doch noch ein Haar in der Suppe zu finden. «In den ersten zehn Minuten hatten wir Probleme in der Abwehr. Da waren wir nicht bissig genug», analysierte Neid, und schob einen bemerkenswerten Satz nach: «Wir haben sehr lange gebraucht, bis wir das erste Tor erzielt haben.»
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Dabei fiel der erste Treffer schon in der 14. Minute durch Sandra Smisek, und ein halbes Dutzend folgte. Ein Tor schöner als das andere. Und an allen sieben Treffern war die überragende Frankfurterin Birgit Prinz beteiligt. Eins erzielte die dreimalige Weltfußballerin selbst, die übrigen steuerten die starke Melanie Behringer (Freiburg) und Kerstin Garefrekes (Frankfurt) mit dem ersten Hattrick ihrer Länderspiel-Karriere zum 200. Erfolg der deutschen Frauen seit 1982 bei. Selbst die Schweizer Trainerin Beatrice von Siebenthal schwärmte: «Sie waren einfach zu stark. Deutschland ist schon in WM-Form.» Zwar war auch Neid «insgesamt zufrieden» mit dem Offensivspiel, doch den Feinschliff will sie ihrer Elf bis zum WM-Eröffnungsspiel gegen Argentinien am 10. September in Schanghai erst noch verpassen: «Die Präzision der Flanken und die Chancenauswertung kann noch besser werden. Aber ich bin guten Mutes.» Prinz stimmte zu: «Es war schon ganz gut. Aber genauso, wie ich vor Monaten nicht alles schwarz gesehen habe, sehe ich jetzt nicht alles weiß.» Am 30. August in Mainz folgt der letzte WM-Test vor der Abreise der Mannschaft am 3. September. Die Norwegerinnen, die wie Titelverteidiger Deutschland zum WM- Favoritenkreis zählen, sind allerdings ein härterer Prüfstein als die überforderten Eidgenössinnen. Zuvor müssen die Spielerinnen aber noch einen Bundesliga-Spieltag am Wochenende verletzungsfrei überstehen. «So bleiben wir wenigstens im Rhythmus», meinte Garefrekes gelassen. «Schließlich spielen wir bei der WM auch alle drei Tage.»
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