WM-Kader nominiert - Neid setzt auf Routine
Frankfurt (dpa) - 10.08.2007, 14:36 Uhr
Birgit Prinz (r) gehört zum Kader der deutschen WM-Spielerinnen.
DFB-Trainerin Silvia Neid setzt beim Unternehmen Titelverteidigung auf Erfahrung und hat für die Frauenfußball-WM in China zwölf aktuelle Weltmeisterinnen nominiert. Angeführt wird das 21 Spielerinnen umfassende deutsche Aufgebot für die Titelkämpfe vom 10. bis 30. September von Rekordnationalspielerin Birgit Prinz. Große Überraschungen blieben aus. «Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit einem bestens besetzten Kader in die WM gehen, der viele Variations-Möglichkeiten bietet und in dem jede Spielerin topfit und hochmotiviert ist», sagte Neid nach der Nominierung in Frankfurt/Main. Ursprünglich sollte der Kader erst am 13. August bekanntgegeben werden. In zahlreichen Test- und Pflichtspielen hatte Neid ihren Kandidatinnen auf den Zahn gefühlt und sich bereits nach Abschluss des 5. Vorbereitungslehrgangs im «Sportcentrum Kaiserau» festgelegt. Fünf Akteurinnen - Conny Pohlers, Navina Omilade, Britta Carlson, Bianca Rech und die verletzte Torfrau Ulrike Schmetz - wurden aus dem erweiterten Kader gestrichen. Sie stehen auf Abruf bereit. Die 43-jährige Neid, die vor zwei Jahren Tina Theune-Meyer als Cheftrainerin ablöste, glaubt die richtige «Mischung aus jungen und alten Spielerinnen» gefunden zu haben: «Jede Position ist mindestens doppelt besetzt, weil viele dabei sind, die ich flexibel einsetzen kann.»
Im Tor war die Entscheidung bereits vor dem Länderspiel gegen Tschechien vor einer Woche gefallen. Nadine Angerer wird in China das Gehäuse hüten. Silke Rottenberg, die sich nach ihrem auskurierten Kreuzbandriss im Knie einen Muskelfaserriss in der Wade zuzog, muss sich mit der Rolle als Nummer 2 begnügen. «Wir haben zwei Weltklasse- Torhüterinnen, um die uns viele Nationen beneiden», sagte Neid. Als dritte Torfrau erhielt Ursula Holl den Vorzug vor Ulrike Schmetz, die sich in Kaiserau verletzte. Die Erfahrung von zusammen mehr als 430 Länderspielen werfen allein die drei Abwehrasse Kerstin Stegemann, Sandra Minnert und Ariane Hingst in die Waagschale. «Auf die Drei ist Verlass, sie bringen viel Routine mit, wissen, worauf es ankommt», begründete Neid, die in der Defensive zudem den Nachwuchsspielerinnen Babett Peter, Annike Krahn, Saskia Bartusiak und Sonja Fuss vertraut. |