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Dietmar Schacht bringt Neuenahr auf Trab

Bad Neuenahr (dpa) - 05.07.2007, 13:39 Uhr

Dietmar Schacht (vorn) mit Spielerinnen des SC Bad Neuenahr.
Dietmar Schacht (vorn) mit Spielerinnen des SC Bad Neuenahr.

Als Coach im Männerbereich konnte Dietmar Schacht nie wirklich Fuß fassen, stattdessen betreut er seit Sommer 2005 erfolgreich den Frauen-Bundesligisten SC 07 Bad Neuenahr.

Ein Softie will er nicht sein, als «Frauenversteher» lässt sich der Fußballtrainer aber gerne bezeichnen. «Früher hatte ich meinen Ruf als Poltermann weg, ich kann aber auch ganz anders», sagt der 44 Jahre alte Ex-Profi, der zwischen 1981 und 1992 für zahlreiche Clubs - u.a. Schalke 04 und MSV Duisburg - 22 Bundesligaspiele und 228 Zweitligapartien bestritt und zu den härtesten Verteidigern gehörte.

Für Schacht ist es eine Gratwanderung. Unterklassige Teams wie die Amateurclubs MSV Moers und Hertha Hamborn betreute er mangels besserer Angebote, beim Zweitligisten SV Babelsberg scheiterte er, und als Konditionstrainer beim MSV Duisburg fiel er vor allem durch schlechte Manieren auf. Und so einer soll im sensibleren Frauensport klar kommen? «Viele Freunde und Kollegen hatten mir prophezeit, dass ich nur drei Wochen durchhalte. Jetzt sind es schon zwei Jahre und etliche beneiden mich», sagt Schacht stolz.

In beiden Spielzeiten landete er mit Bad Neuenahr trotz geringer finanzieller Mittel und großem Verletzungspech im oberen Tabellenbereich. Nur das Ausnahme-Trio 1. FFC Frankfurt, FCR Duisburg und Turbine Potsdam war konstant besser. «Für mehr fehlt dem Club und der Stadt ein wenig Professionalität», betont Schacht.

Im Training setzt er nicht auf die sanfte Tour, sondern versucht seinen Damen aggressives Zweikampfverhalten beizubringen. Und die Spielerinnen ziehen mit. «Er ist ein harter Trainer mit ganz weichem Kern», lobt Nationalspielerin Isabell Bachor. Ausraster an der Seitenlinie, die ihm zuweilen Ermahnungen von Schiedsrichterinnen und Geldstrafen einbrachten, sind seltener geworden. Schacht, so heißt es, habe seine Emotionen nun besser im Griff. Das mag auch an der Trainingsarbeit liegen, für die er mehrmals wöchentlich über 200 Kilometer Fahrt von seinem Wohnort Duisburg nach Bad Neuenahr in Kauf nimmt. Als Frauencoach habe er lernen müssen, mehr Verständnis und Einfühlungsvermögen aufzubringen. «Ein Weichei bin ich aber nicht.»

Das wäre auch schlecht für sein Image, denn mittelfristig will Schacht den Job als Sprungbrett für sein Comeback im Männerfußball nutzen. Trainer eines Frauen-Bundesligisten zu sein, bezeichnet er dennoch als Fünfer im Lotto. «Aber ich will zurück in die große Bundesliga und den Sechser mit Superzahl.»


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