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Argentinierinnen kämpfen um Aufmerksamkeit

Buenos Aires (dpa) - 26.06.2007, 11:41 Uhr

«Wäre ich ein Mann, wäre ich Millionär» - diese Wahrheit hat Rosana Gomez längst akzeptiert. Die 26-Jährige ist der Mittelfeldstar des argentinischen Fußball-Traditionsvereins Boca Juniors und spielt seit mehr als fünf Jahren in der Nationalelf.

Trotzdem muss sie in einem Telefonladen arbeiten, um über die Runden zu kommen. Die Argentinier sind zwar verrückt nach Fußball. Manche beantragen die Mitgliedschaft ihrer Kinder im Lieblingsclub noch vor dem Personalausweis. In den Stadien fliegen schon mal Sicherheits- Absperrungen durch die Luft, und fast auf jedem zweiten der nackten und verschwitzten Fan-Oberkörper prangt die Tätowierung ihres Vereins. Doch am Frauenfußball geht dieser Wahn völlig vorbei.

«Wir investieren unsere Zeit und Kräfte in den Fußball und werden trotzdem einfach ignoriert» empört sich Rosana Gomez. Ohne Aufmerksamkeit keine Presse und ohne Presse keine Sponsoren. Während ihre männlichen Kollegen Millionen verdienen, bekommen die Spielerinnen gerade mal 150 Peso, umgerechnet knapp 40 Euro - pro Monat. Ein Taschengeld, das nicht mal die Hälfte der Miete deckt.

Doch nicht nur auf dem Fußballplatz, auch im normalen Arbeitsleben stehen die argentinischen Frauen oft im Abseits. Sie verdienen im Schnitt für vergleichbare Arbeit 30 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. «Der Machismus ist schuld an dieser Ungleichheit», erklärt die Politologin Gimena de Leon, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert hat.

In Erziehung und Gesellschaft lernen die Mädchen, die typische Frauenrolle auszufüllen und ergreifen dann typische Frauenberufe wie Sozialarbeiterin oder Lehrerin, die schlechter bezahlt werden. Doch auch wenn sie Männerberufe wählen, steigen sie nur selten in führende Positionen auf. Wer sich in Männer-Domänen wie etwa den Fußball wagt, hat es schwer.

«Früher riefen uns die männlichen Fans zu, wir sollten doch zurück an Spüle und Herd gehen», erinnert sich Karina Ribodino, Präsidentin und ehemalige Boca-Spielerin in Buenos Aires. Auch heute noch müssen sie sich Sprüche anhören wie «Im Rock kann man doch nicht Fußball spielen» erzählt Rosana Gomez. Der Machismus sei aber nicht nur die Schuld der Männer, denn «die Frauen spielen da genauso mit.»


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