Zwanziger will um Frauen-WM kämpfen
Kamen (dpa) - 22.06.2007, 11:07 Uhr
Zwanziger will den DFB als einzigen europäischer Bewerber für die Frauen-WM.
Im Bemühen um die Ausrichtung der Weltmeisterschaft der Frauen 2011 will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den europäischen Mitbewerber Frankreich zum Verzicht bewegen. «Wenn wir die WM in vier Jahren in Europa haben wollen, müssen wir uns mit Frankreich einigen. Das ist das Wichtigste. Wir werden bald mit unseren französischen Freunden darüber reden», kündigte DFB-Präsident Theo Zwanziger im SportCentrum Kamen-Kaiserau zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe mit dem Titel «DFB live» an. Im Rahmen der Serie besucht der DFB in diesem Sommer seine fünf Regionalverbände. Nach dem Besuch in der Heimat des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen in Kamen stehen noch DFB-Visiten am 28. Juni in Mainz (Regionalverband Südwest), Leipzig (Nordost/4. Juli), Wolfsburg (Nord/11. Juli) und Augsburg (Süd/26. Juli) an. Zwanziger wird bei allen Veranstaltungen vor Ort sein. Die «Live»-Veranstaltungen sind angelehnt an die «Countdown»-Abende vor der WM im vergangenen Jahr in Deutschland. «Live» steht für (L)eidenschaft, (I)nformation, (V)erband und (E)rleben.
Deutschland hat bei der Bewerbung um die 6. Fußball-WM der Frauen zurzeit noch vier Konkurrenten: Frankreich, Australien, Kanada und Peru. Die Schweiz hat ihre Kandidatur bereits zurückgezogen. Für den DFB geht es darum, den einzigen europäischen Rivalen noch vor dem Ende der definitiven Bewerbungsfrist am 1. August beim Weltverband FIFA zum Rückzug zu bewegen. «Es ist unerlässlich, dass Europa sich einigt. Wenn sich in Deutschland und Frankreich zwei europäische Verbände bewerben, wird Kanada den Zuschlag bekommen», glaubt Zwanziger. Die Entscheidung über die WM-Vergabe trifft das FIFA-Exekutivkomitee erst im November beim Kongress in Durban/Südafrika. Zwanziger, der die Frauen-WM zur Chefsache erklärte, konkretisierte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa, in welche Richtung die Gespräche mit Frankreich gehen sollen. Angestrebt wird ein Kompromiss. «Falls die Franzosen auf die Kandidatur für 2011 verzichten, haben wir kein Problem, sie bei der Bewerbung für die Männer-EM 2016 zu unterstützen. Da liegt ohnehin ihr größeres Interesse. Von mir aus können sie auch gern die Frauen-EM 2013 ausrichten», erläuterte der DFB-Boss den geplanten Deal mit der Grande Nation. «Dann», so Zwanziger, «sind wir sicher, dass wir eine gute Chance haben. Aber wir müssen dafür kämpfen. Auch die WM 2006 ist uns nicht in den Schoß gefallen.» |