Lingor auf den Spuren von Prinz
Frankfurt (dpa) - 29.11.2006, 15:17 Uhr
Renate Lingor in Aktion.
Oft steht sie im Schatten der «großen» Birgit Prinz. Doch wenn Renate Lingor ihre Mitspielerin als Weltfußballerin ablösen würde, wäre das ein verdienter Lohn. Die 31 Jahre alte Spielgestalterin ist seit Jahren Dreh- und Angelpunkt der deutschen Nationalmannschaft und beim Bundesligisten 1. FFC Frankfurt. «Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich freue mich riesig. Das wird bestimmt ein schöner Abend in Zürich», sagte Lingor, die neben Kristine Lilly (USA) und der Brasilianerin Marta bei der FIFA-Gala am 18. Dezember in Zürich zu den Nominierten zählt. Die überragende Technikerin kurbelt das Spiel häufig aus dem defensiven Mittelfeld an, erinnert dabei ein wenig an Michael Ballack. «Sie ist eine wunderbare Spielerin. Mit ihrer Kreativität sorgt sie immer wieder für Überraschungsmomente. Sie spielt geniale Pässe und kann ein Team mitreißen», sagte die frühere Bundestrainerin Tina Theune-Meyer.
Auch der Präsident des deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, freut sich für «Idgie», wie Lingor genannt wird. «Sie ist eine tolle Fußballerin und gleichzeitig ein Idol für viele jungen Spielerinnen», lobte Zwanziger. Dass Lingor, die im Vorjahr Fünfte bei der FIFA-Wahl wurde, nun den Sprung unter die letzten Drei geschafft hat, sei eine «Ehre für den DFB und ihren Verein». Zum Fußball kam die gebürtige Karlsruherin als Sechsjährige durch ihren älteren Bruder. Mitte der 80er Jahre bestritt sie mit den Jungen der KSC-D-Jugend ein Vorspiel gegen Bayern München im Wildparkstadion. «Ich war sehr aufgeregt. Später habe ich aus fünf Metern den Ball über das Tor geschossen», erinnert sich Lingor. |