Neid: Gegen Irland kein Platz für Rivalitäten
Cottbus (dpa) - 09.05.2006, 09:51 Uhr
Trainerin Silvia Neid will mit ihren DFB-Frauen gegen Irland gewinnen.
Die Dauer-Fehde im deutschen Frauen-Fußball macht Pause - vor dem wichtigen WM-Qualifikationsspiel gegen Irland fordert Bundestrainerin Silvia Neid den kollektiven Schulterschluss. Die Spitzenkräfte der beiden Erzrivalen und Branchenführer Turbine Potsdam und 1. FFC Frankfurt, die sich in diesen Wochen gleich um drei Titel duellieren, wollen in Cottbus gemeinsam mit einem überzeugenden Sieg weiter den Kurs Richtung WM 2007 in China halten. «In den Vereins-Duellen wird keinem etwas geschenkt, aber in der Nationalmannschaft sind wir Freundinnen», betonte die Frankfurterin Renate Lingor, die im Stadion der Freundschaft ihr 115. Länderspiel bestreiten wird. Sieben Spielerinnen vom frisch gebackenen Pokalsieger Potsdam und drei aus Frankfurt stehen im 18-köpfigen Aufgebot des Welt- und Europameisters, der in der aktuellen WM-Qualifikation mit drei Siegen aus drei Spielen auf eine makellose Bilanz verweisen kann. Eine noch höhere Frankfurter Quote haben die Verletzungen von Rekord- Torschützin Birgit Prinz (Innenbanddehnung im Knie) und Abwehrchefin Steffi Jones (Fuß) verhindert. Die Rolle von Prinz soll vor allem die Potsdamerin Conny Pohlers ausfüllen, die mit 33 Toren die Bundesliga-Torschützenliste mit großem Abstand anführt. «Wir dürfen nicht planlos angreifen», warnte Neid und wies speziell auf die Kopfballstärke der lang aufgeschossenen irischen Abwehrspielerinnen hin.
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Dass sich Potsdam und Frankfurt in den kommenden Wochen gleich noch drei Mal im erbitterten Kampf um die Meisterschaft und den UEFA-Cup gegenüber stehen werden, soll in der Lausitz einfach ausgeblendet werden. Die Bundestrainerin forderte die Rivalinnen auf, im DFB-Trikot alles in den Dienst der gemeinsamen Sache zu stellen. «Individualisten können wir in der Mannschaft nicht gebrauchen», unterstrich die 42 Jahre alte Neid vor dem ersten Länderspiel einer deutschen Frauen-Elf gegen Irland. Wie ernst die dreifache Europameisterin den 32. der Weltrangliste nimmt, verdeutlicht, dass sie das irische Team gegen Mexiko (0:0) und beim bisher einzigen Sieg in der WM-Gruppe 4 gegen die Schweiz (2:0) beobachten ließ. Nur der Gruppen-Erste darf im kommenden Jahr zur WM ins Reich der Mitte, ein Ausrutscher in der Qualifikation könnte sofort fatale Folgen haben, zumal Russland punktgleich mit den DFB-Damen (je 9) auf Rang zwei lauert. «Natürlich sind wir klarer Favorit, aber jedes Spiel muss erst gewonnen werden», gab Neid ihren Spielerinnen vor dem Debüt der deutschen Frauen-Nationalmannschaft in Cottbus mit auf den Weg. Die erwarteten 7000 Zuschauer hoffen aber auf ein Schützenfest des Favoriten auch als stimmungsvolle Ouvertüre auf den 14. Mai. Dann soll im selben Stadion der FC Energie gegen 1860 München zum zweiten Mal in der Clubgeschichte den Aufstieg in die Bundesliga schaffen.
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