Berlin (dpa) - 28.04.2006, 14:36 Uhr
Finanziell haben die beide Branchenführer des deutschen Frauen-Fußballs schon gewonnen - jetzt soll der sportliche Triumph noch dazu kommen. Titelverteidiger Turbine Potsdam gilt im DFB-Pokalfinale gegen den fünfmaligen Cupsieger 1. FFC Frankfurt als Favorit.
Der Herausforderer aus Hessen setzt jedoch im Berliner Olympiastadion auf eine «Frankfurter Festung». Manager Siegfried Dietrich hofft auf die Fans des Männer-Finalisten Eintracht: «Dieses Mal sind zwei Frankfurter Mannschaften hier.»
Beide Vereine können mit den Einnahmen aus dem Pokalfinale über ein Fünftel ihres Jahresetats abdecken. Dietrich sprach von einer «sechsstelligen Summe im unteren Bereich». Zu den je 60 000 Euro, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) für die Frauen-Finalisten ausschüttet, kommt aus der speziellen Endspiel-Vermarktung nochmals mindestens die gleiche Summe dazu. Turbine-Coach Bernd Schröder unterstrich nochmals die herausragende öffentliche Bedeutung des vom ZDF live übertragenen Spiels, bei dem zu vier Millionen TV-Zuschauer erwartet werden: «Ich hoffe auf ein Spiel mit vielen Toren, in dem wir dokumentieren, wie gut der deutsche Frauen- Fußball ist.»
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Der zweimalige Cupsieger Potsdam, der gegen den Dauerrivalen Frankfurt den Pokal-Hattrick perfekt machen kann, misst Richtung neue Saison noch größeres sportliches Gewicht allerdings dem erneuten Erreichen des internationalen Wettbewerbs bei. «Da gibt es ja mehrere Möglichkeiten», betonte Schröder. Sowohl mit dem Titel in der Bundesliga, als auch mit der Verteidigung des UEFA-Cups wäre eine weitere europäische Spielzeit gesichert. Pikanterweise treffen im UEFA-Pokalfinale am 20. und 27. Mai erneut Potsdam und Frankfurt aufeinander. Für den DFB-Pokalsieg wird kein internationaler Startplatz vergeben, da es bei den Frauen nur einen einzigen Europacup-Wettbewerb (UEFA-Cup) gibt.
Den zum achten Mal nacheinander im Finale stehenden 1. FFC Frankfurt, der in der Bundesliga am Osterwochenende das Duell gegen die Turbinen vor eigener Kulisse überraschend deutlich mit 2:6 verloren hatte, plagen vor dem Pokal-Endspiel noch große Personalsorgen. Weltfußballerin Birgit Prinz ist gesperrt, Nationalspielerin Renate Lingor und einige weitere Frankfurterinnen sind noch angeschlagen. Dagegen konnte Turbine-«Macher» Schröder verkünden: «Wenn niemand aus dem Bus fällt, werden wir mit unserer stärksten Formation spielen - auch mit Pohlers.» Torjägerin Conny Pohlers war zuletzt verletzt.